Verhandlungen zwecks fairer Vergütungen für Pressefotos gescheitert? Ein Interview
Von Redaktion • 06.10.11 • Thema: Honorare, News, Urheberrecht, VergütungsregelnDie in diesem Jahr wieder aufgenommenen Verhandlungen über faire Vergütungen für Pressefotos haben nach mehreren weiteren Runden am 29. September 2011 erneut ergebnislos geendet. Grund genug, einige Fragen an den DJV-Verhandlungsführer, DJV-Justiziar Benno H. Pöppelmann, zu stellen. Das ausführliche Interview jetzt im DJV-Bildjournalistenblog.
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Es bleibt seit nunmehr 6 Jahren völlig unbefreidigender Verhandlungen die Frage
warum der DJV ( am besten zusammen mit Verdi und Freelens) nicht den Mumm
hat , endlich eine Sammelklage aufgrund von §32 des Urhebergesetzes anzustrengen,
die meiner Meinung sehr gute Aussichten auf Erfolg haben müsste, denn dort heisst es,
dass die Urheber einen Rechtsanspruch haben, ” in angemessener Form an den Erlösen beteiligt zu werden .”
Die von den Verlegerverbänden angebotenen “Hungerhonorare” , von denen kein Fotograf leben könnte, sind 100 % ” keine angemessene Erlösbeteiligung” , was auch
jedem Richter klar sein müsste.
Genauso ” feige” verhält sich der DJV und alle anderen , die trotzdem immer wieder
fälschlicherweise behaupten, sich für die Rechte von FREIEN einzusetzen , bei der
neuen – für die Verleger sehr lukrativen – APPS, die für teures Geld verkauft werden,
ohne die Urheber in angemessener Form zu beteiligen.
Da sagt die BILD dem DJV ( lt. eigener Aussage des DJV) , dass kein zusätzliches
APP-Honorar notwendig sei, weil BILD im App auch BILD heisst und daher keine
zusätzliche Nutzung stattfände.
Offenbar erinnert sich beim DJV keiner mehr daran, dass die Verlage mit den gleichen
fadenscheinigen Argumenten viele Jahre versuchten , auch kein Honorar für die
zusätzliche Online-Nutzung zu zahlen und damit vor Gericht kläglich scheiterten.
Statt aus dieser Tasache Mut zu schöpfen, sofort eine Sammelklage einzureichen,
empfahl der DJV mir eine persönliche Klage….. !!!
Wie ich sehé war mein o.a. Kommentar der erste – warum spüren eigentlich keine
anderen freien Kollegen , dass wir gemeinsam kämpfen müssen , um nicht irgendwann
auch Hartz IV -Empänger zu sein.
Bei soviel Desinteresse der Betroffenen ist es ja kein Wunder wenn der DJV weiter
still vor sich hinträumt und lieber mal wieder eine grosse Aktion für die Redakteure startet, obwohl es im DJV mehr FREIE als Redakteure gibt.