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Schlagt! es! tot! das! Urheberrecht! Eine neue, lustige Serie (Update VI).

Von Redaktion • 24.02.12 • Thema: News, Urheberrecht

(Aktualisierung am 24.2., siehe weiter unten)

Deutschlands Netzpioniere (also jene, die bekanntlich gerne mit dem Duktus des Höhlenforschers dem unwissenden Rest das Internet erklären wollen und daraus umwerfende Erkenntnisse für Politik, Kultur, Sport oder sonst noch etwas absondern) verkünden es jeden Tag neu: Schlagt es tot, das Urheberrecht! Es stört den gesellschaftlichen Fortschritt. Kreative, sucht Euch andere Quellen für Euren Lebensunterhalt. Nicht das todgeweihte Verlagswesen, sondern Vater Staat ist Eure Rettung, der Euch seinen Kulturpfennig vor die Tür legen wird (natürlich erst nach einer Sitzung einer zuständigen Staats-Kulturpfennigverteilungs-Enquetekommission, so eine Art Rundfunkbeirat II).

Bleibt alles ohnehin nicht ohne Wirkung. Neulich, auf Twitter, bemerkte eine Kreative: “Jetzt habe ich wegen der Piraten schon ein schlechtes Gewissen, mein Urheberrecht einzufordern. Hmpf.” Die Debatte um das Urheberrecht ist also schon jetzt bewusstseinsfördernd. In Spanien soll eine Autorin bereits erklärt haben, wegen des Diebstahls ihrer poetischen Literatur im Netz den Beruf aufgeben zu wollen. Auch das ein Schritt voran im Sinne des Fortschritts, wir hätten ohnehin keine Zeit gefunden, das (auch) noch zu lesen.

An dieser Stelle sollen in Zukunft die wesentlichen Meilensteine der an sich für sich zu sich findenden Weltvernunft aufgelistet werden. Den Partisanen im Kampf gegen das Urheberrecht sei empfohlen, diese Liste durch weitere Links zu ergänzen (unten unter Kommentaren), die besten davon werden dann ebenfalls auch hier im Text gefeaturet werden.

Hier fangen wir mal mit den aktuelleren Geschichten an:

FAZ im Redaktions-Spagat zwischen Generation Kostenlos, Wirtschaftsverbänden und verlagsmäßigen Eigeninteresse (24.2.)

Besonders zu leiden unter der Debatte ums Urheberrecht scheint inzwischen die Redaktion einer Zeitung, die schon wegen dem Layout stets unter dem Verdacht steht, von gestern zu sein und daher ständig auf der Suche nach der Lesergeneration von morgen ist. Während sie einerseits Internetportale wie perlentaucher.de (teilweise) erfolgreich wegen Plagiaten und auch freie Journalisten wegen Presseschauen zu verfolgen pflegt, integriert sie im “Kulturkampf ums Urheberrecht” (FAZ-Redakteur Reinhard Müller) auch Verlags- und Urheberrechtskritiker. So weisen beispielsweise am 23. Februar 2012 Volker Grossmann und Guy Kirsch in der FAZ die Meinung zurück, bei der Debatte ums Urheberrecht gehe es in irgendeiner Weise um den Schutz von Kreativen:

Es ist allerdings eher anzunehmen, dass der einzelne Künstler im Regelfall seine Urheberrechte an die Unterhaltungsindustrie abgetreten und im Gegenzug nichts oder wenig bekommen hat.

Weil praktisch alle Kreativen Hungerleider sind, ist die Berufung auf ihre Schutzwürdigkeit ein zwar nicht trojanischer (SZ-Redakteur Prantl), sondern eher römischer (Kampf-)Trick der Verlage.

Die einzelnen Künstler und Autoren werden als menschliche Schutzschilde eingesetzt. Denn Urheberrechte manifestieren oftmals eine im vordigitalen Zeitalter erworbene Machtposition, mittels derer die Unterhaltungsindustrie eine Rente, das heißt ein leistungsloses Einkommen, erwirtschaftet. Wie ehedem die Raubritter (…)

Ja, können wir da nur bestätigen, auch und gerade die FAZ ist mit ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen für freie Autoren, durch die sie sich praktisch alle Nutzungsrechte einräumen lässt, ein typischer (Rechte-)Raubritter-Verlag. Gut, dass das endlich mal in der FAZ zu lesen ist. Nicht zu lesen ist nach wie vor allerdings, dass der DJV die FAZ deswegen bereits verklagt hat und dieses Verfahren, wenn nicht noch Verhandlungen zu einem anderen Ergebnis führen, demnächst vor dem Landgericht Frankfurt stattfinden wird. Aber klasse, dass sich ausgerechnet die FAZ-Redaktion durch geschickte Auswahl von Autoren einmal gegen die Raubritter-Mentalität der eigenen Geschäftsführung ausspricht, möchte man meinen.

Die FAZ-Autoren Grossmann und Kirsch sind mit der Beobachtung mittelalterlicher Umgangsformen in der Medienbranche allerdings noch nicht am Ende. Vielmehr finden sie auch die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen unappetitlich, was schon deswegen nachzuvollziehen ist, weil beide Autoren Professoren mit staatlicher Besoldung oder Vergütung sind, und daher auf so etwas Abstruses wie Urheberrechte und deren Durchsetzung wirtschaftlich natürlich nicht angewiesen sind, was auch wir für ein vernünftiges eigenwirtschaftliches Konzept halten (Urheber zu sein, hat ja ohnehin irgendwie etwas Obskures).

Gesetze, die den Raubkopierern nicht gefallen, müssen daher weg:

Gesetze aber, die dem Rechtsempfinden zuwiderlaufen, sind auf die Dauer nicht durchzusetzen; mehr noch: Sie zerstören den Glauben an die Gesetzlichkeit.

Natürlich könnte man diesen Satz auch im Sinne der Urheber gebrauchen: “Gesetze, die effektiven Rechtsschutz und angemessene Vergütung für Urheber nicht durchsetzen, zerstören den Glauben…” – aber keine Sorge, wir haben einen Glauben an das Urheberrecht noch nie gehabt, weswegen wir dessen Abschaffung allenfalls mit einem Staunen über die Unverfrorenheit der Internetmonopole und ihrer Adepten begleiten werden.

Interessant dabei ist am Ende übrigens die bereits erwähnte These der Autoren Grossmann und Kirsch, dass die unbestreitbare Tatsache, nach der das Urheberrecht nach polit-ökonomischer Betrachtungsweise ein Recht auf “Rente” darstellt, irgendwie sittenwidrig sein soll, weil eine Rente ein “leistungsloses Einkommen” sei. Wenn wir uns vage an den Grundkurs Wirtschaft erinnern, den wir auch mal mitgemacht haben, sind freilich systematisch alle Bezüge, die auf “Rechten” beruhen, Renten. Dazu gehören übrigens gerade auch Professorengehälter bzw. -bezüge der Herren Grossmann und Kirsch, denn ihre Studenten pflegen ihnen nach unserer Kenntnis nicht einfach morgens vor Beginn der Vorlesung ein Äpfelchen oder ein Stück Brennholz als Vorlese-Honorar mitzubringen. Das Geld, das monatlich in üppiger, weit über dem Einkommen von Urhebern liegender Höhe auf ihren Konten eintrifft, kommt vom Vater Staat, der ihnen dazu rechtlich verpflichtet ist, kraft Hochschulrahmengesetz und einer Besoldungsordnung etcetera. Das alles sind Leistungen auf Grund von Rechtsansprüchen, mithin Renten.

Der Krieg von Grossmann und Kirsch gegen die Urheber – ein Krieg von Rentnern gegen Rentner. Irgendwie scheint uns, als sähen sie dabei ziemlich alt aus.

SZ-Redakteur Prantl besinnt sich und wird vernünftig: ACTA ist ein trojanisches Pferd (23.2)

Wir erinnern uns daran, dass SZ-Redakteur Heribert Prantl in vollkommener Verkennung der diskursiven Meinungsverhältnisse die Meinung vertreten hatte, ACTA sei gar nicht so (siehe 13.2.) Da hieß es noch:

Warum Acta allenfalls eine potentielle Bedrohung ist

Nun, zehn Tage sind im digitalen Zeitalter so etwa die Reifezeit zwischen Kindheit und Mannesalter, und damit wird von seiner Seite am 23.2. die gereifte Erkenntnis mitgeteilt, dass ACTA doch so sei:

Warum der Europäische Gerichtshof Acta stoppen muss

heißt es jetzt, und Prantl hat herausgefunden, dass Acta (stets kleingeschrieben) ein trojanisches Pferd sei:

Hinter Acta lauert Ipred (Intellectual Property Rights Enforcement Directive), die EU-Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte an immateriellen Gütern. Darin sollen die stumpfen Formulierungen des Acta-Abkommens scharf geschliffen werden. Dort wird wahr, was die Netzgemeinde fürchtet.

Nun könnte man natürlich entgegnen, dass EU-Richtlinien eigentlich eher nicht automatisch aus Abkommen wie ACTA wachsen, aber das Argument kann man sich auch sparen, denn bis zur nächsten Meinungsänderung in Sachen ACTA sind es vermutlich auch nur wenige Tage, und Spaß muss sein.

Denn es geht beim Schutz geistigen Eigentums um Gefahrgut, meint Prantl.

Acta ist also nur die Lokomotive, die die Waggons mit dem Gefahrgut ziehen soll. Die EU-Kommission will sich vom EU-Gerichtshof eine TÜV-Plakette für die Lok und grünes Licht für den gesamten Zug geben lasen.

Was Gefahrgut ist, recherchieren wir als gewiefte Journalisten natürlich stets (und ausschließlich) in der von geistigem Eigentum ja ohnehin fast komplett befreiten Enzyklopädie Wikipedia. Diese meint dazu beispielsweise:

Als Gefahrgut (ugs. Gefahrengut) bezeichnet man Stoffe, Zubereitungen (Gemische, Gemenge, Lösungen) und Gegenstände, welche Stoffe enthalten, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer physikalischen oder chemischen Eigenschaften oder ihres Zustandes beim Transport bestimmte Gefahren für

die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere für die Allgemeinheit,
wichtige Gemeingüter,
Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren und anderen Sachen

ausgehen können und die aufgrund von Rechtsvorschriften als gefährliche Güter einzustufen sind.

Ja, da können wir Heribert nur zustimmen. Geistiges Eigentum, dieser geistige Castor-Transport muss gestoppt werden!

Dabei fällt uns zum Schluss noch ein: Hatten wir eigentlich vergessen zu erwähnen, dass auch die SZ mit ziemlichen Ausbeutungs-Geschäftsbedingungen arbeitet und zugleich (zusammen mit der FAZ) Internetmagazine wie Perlentaucher und freie Journalisten wegen Presseschauen zu verklagen pflegt (nur mal so gefragt)?

Thierry Chervel vom Internetfeuilleton Perlentaucher glaubt nicht ans Geistige (16.2.)

Thierry Chervel vom Internetfeuilleton Perlentaucher.de, der auf Betreiben u.a. der FAZ teilweise erfolgreich wegen Plagiaten verklagt wurde, erweist sich mit einem Beitrag auf der eigenen Seite als Verfechter eines geistigen Liberalismus und meint,

dass Geistiges im emphatischen Sinne ein Allgemeingut ist, mit dem möglichst jeder sich frei auseinandersetzen können sollte: Der freien Zirkulation der Ideen sollten sich die Medien verpflichten, nicht ihrer Beschlagnahme durch die Verwerter.

In offensichtlicher Piraterie der Gedanken eines Bakunin meint Chervel, dass geistiges Eigentum eigentlich Diebstahl ist und dessen Protagonisten also insofern nichts anderes sind als Bauernleger:

Die Verteidiger des “geistigen Eigentums” sind die ersten Enteigner.

Dabei verweist er auf schändliche Vereinbarungen der Gewerkschaften mit den Verlegern, die laut maßgeblichen Quellen (die mittlerweile selbst die Umsetzung der Vergütungsregeln propagieren, weil sie in einigen Fällen doch zu besseren Ergebnissen führen können) unter aller Kanone sind.

SZ-Redakteure wie Harrybert Prantl (siehe unten, 13.2.) irren sich in jedem Fall, wenn´s um Geistige geht:

Anders als Prantl behauptet, hat nicht einmal der Urheber ein “richtiges Eigentum” an seinem Werk. Ein Werk ist Übereignung: Diesen Kuss der ganzen Welt.

Hier können wir nur zustimmen, denn das kennen wir schon vom Kölner Karneval, auch dort gibt es viele geistige Getränke, und mit zunehmendem Konsum beginnt es mit der Zwangsbeschmusung durch aufdringliche Jecken. So ähnlich muss man sich das mit den Urhebern vorstellen, auch sie sind tendenziell einfach nur besoffen und wollen ihre Werke mit Handkuss der Welt (kostenlos) zur Verfügung stellen.

SZ-Redakteur Heribert Prantl folgt dem Volksgeist noch nicht (13.2.)

SZ-Redakteur Prantl hat am 13.2. noch nicht so richtig den Zeitgeist bemerkt und bemängelt zu ACTA:

Alle Maßnahmen, die jetzt in Acta zum Schutz der Urheberrechte gefordert werden, sind in Deutschland längst Gesetz.

Einen Gegensatz zwischen Urheberrecht und Informationsfreiheit sieht er nicht:

Ein kluges Urheberrecht verhindert natürlich nicht den freien Zugang zu Informationen. Informationen als solche waren nie urheberrechtlich geschützt; sie sind frei und müssen frei bleiben. Geschützt ist nur die besondere Verarbeitung und Gestaltung der Information, also das Werk, das daraus gemacht wird.

Der Leser staunt über so viel Unverfrorenheit in Sachen ACTA und Urheberrecht, aber keine Sorge, schon in zehn Tagen, am 23.2., wird Prantl wieder zum Liebling der Netzwelt. Das ist auch ganz einfach – man muss nur (unauffällig) die Meinung ändern.

Bismarck lässt grüßen: FAZ-Chefideologe Müller zieht in den Kulturkampf (15.2.)

Während die normalen Redakteure der Tageszeitung mit dem klugen Kopf dahinter in letzter Zeit sichtlich Ratlosigkeit erkennen ließen, wie sie denn das unappetitliche ACTA-Abkommen ihren Lesern verkaufen könnten (und in der Sonntags-FAZ von Harald Staun bereits die Totenmesse für das geistige Eigentum gelesen worden war), meldet sich am 15.2. FAZ-Redakteur Reinhard Müller, eine Art juristischer Chefideologe, zuständig für die Seite mit dem strengen Titel „Staat und Recht“, in der Kommentarspalte zur Rettung des geistigen Eigentums zu Wort. Mit der Stimme Bismarcks, die ja gerade erst auf einer Wachsplatte in einem US-Archiv wiedergefunden wurde, erklärt der gar nicht wachsweiche Müller die heftige Reaktion der Internetaktivisten gegen ACTA:

„Sie ist nur mit einem Kulturkampf zu erklären.“

Ganz wie der berühmt gewordene CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling zitiert er bedeutende Verfassungswerke, hier allerdings nicht die der Französischen Revolution, sondern gleich die Allgemeine Erklärung der Urheberrechte von 1948, oder wie sie auch immer geheißen haben mag. Diese wurde ja – das schreibt Müller allerdings nicht – bekanntlich vom Franzosen Stéphane Hessel verfasst, und der ist ja auch ein ganz Empörter. Müller empört sich auf seine Weise, denn er warnt die Raubkopierer davor, dass das Kopieren gar nicht in ihrem eigenen Interesse sein kann:

Wer das Urheberrecht abschaffen will, hat bald gar nichts mehr zum Kopieren.

Wir haben allerdings Zweifel, dass diese These wirklich auch nur einen der Freunde des freien Downloads beeindrucken wird.

Lob der Piratenwirtschaft: Robert Neuwirth macht Furore

Inmitten der Debatte um ACTA erscheint im französischen „Courrier International“ (Ausgabe 9.-15.Februar) eine Übersetzung eines Beitrags von Robert Neuwirth, der im Herbst 2011 bereits im US-amerikanischen Harper´s Magazine erschienen ist. Er lobt darin die Vorteile der Schattenökonomie und der Produktpiraterie, so dass wir mal annehmen dürfen, dass die Wiedergabe seines Beitrags unter scribd.com ganz im seinen Sinne ist (oder eben “fair use”). Oder wäre das möglicherweise unerlaubte Piraterie? Wie dem auch sei, Markenverletzungen und Raubkopien hat es nach Neuwirth nicht nur schon immer gegeben, sondern sie sind auch ein wichtiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen. Natürlich fehlt im „Courrier“ nicht ein kurzer Kontrapunkt eines anderen Autoren, der Neuwirths Auffassung zurückweist, aber die große Richtung stimmt.

Akt II der Tragikomödie rund um´s Urheberrecht: ACTA und Probleme beim Erkenntnisfortschritt

Deutschland demonstriert am 11. Februar trotz klirrender Kälte und Karneval, gegen ACTA und Urheberrecht. So jedenfalls melden es auch einige Medien, die zugleich begeistert vermelden, dass es offenbar mit der “Politikverdrossenheit” vorbei sei. ACTA eint das Volk, eine neue Bewegung, besser als Apathie allemal, zittern die Redakteure in dem Bemühen, den Kontakt mit Mainstream und Straße nicht zu verlieren. Internationale Verträge sind in einer Zeit, in der Deutschland international ohnehin nur den Zahlmeister zu spielen pflegt, ohnehin irgendwie suspekt, in jedem Fall kann Deutschland im Zweifel ja ohne EU und Euro, ganz bestimmt aber ohne ACTA.

Nun mag es so in der Tat so sein, dass das Urheberrecht in internationalen Abkommen geregelt wird. Entgegen anderslautenden Gerüchten heißen die zwar nicht ACTA, sondern eher WIPO-Verträge, wobei hier das Urheberrecht insbesondere von den Übereinkünften von Bern geregelt wird.

Interessant könnte auch sein, dass ACTA gar nicht in die nationale Definition des Urheberrechts eingreifen will:

http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf

Artikel 3

(1) Dieses Übereinkommen lässt die im Recht einer Vertragspartei niedergelegten Bestimmungen über die Verfügbarkeit, den Erwerb, den Umfang und die Aufrechterhaltung von Rechten des geistigen Eigentums unberührt.

(2) Dieses Übereinkommen begründet für eine Vertragspartei keine Verpflichtung, Maßnahmen zu ergreifen, wenn ein Recht des geistigen Eigentums nach ihren Rechtsvorschriften nicht geschützt ist.

Aber das alles muss Netzpolitiker nicht groß scheren. Denn im Zweifel ist heutzutage jedwede internationale Übereinkunft, die überhaupt darauf gerichtet sein könnte, Ansprüche auf Wahrung geistigen Eigentums irgendwie zu fördern, ein Anschlag auf die Netzpolitik und das Recht von Firmen wie Google, die nächsten Milliardengewinne auszuwerfen.

Denn bei den Verhandlungen über ACTA “war auch Google da – die dann gesagt haben, nein, wir machen das nicht, das fand ich sehr spannend, da waren sie mal wieder die Guten “, meint beispielsweise der Berliner Piratenvorstand und Telecomix-Mitorganisator Stephan Urbach in einem Interview des Deutschlandradios am 2.2., denn – oh, Wunder – Google habe Forderungen nach der Umsetzung von ACTA nicht unterzeichnet. “Google – wieder einmal die Guten”? Der kritische Sachverstand scheint bei netzpolitisch Interessierten schon seit Jahren immer wieder neu auszusetzen, wenn es um den Datenkraken aus Seattle geht. Zwar hakt der Fragesteller des DLR bei dieser seltsamen Aussage nicht nach, stellt dann aber doch die Frage, dass von Internetabschaltungen und dergleichen im Abkommen gar nichts zu lesen sei. Darauf kommt es gar nicht an, weiß Urbach zu kontern, denn das Abkommen sei in jedem Fall schwammig und der Originaltext auf Englisch, etwa beim Begriff „Fair Trial“.

Also, die Übersetzung klingt harmloser als der Originaltext. Gültig ist auch übrigens der englische Originaltext und nicht die deutsche Übersetzung. Auch, wenn wir das unterschrieben haben, ist der englische Originaltext, der in Japan liegt, im ACTA-Büro, das ist maßgeblich.

Nun hat der eine oder andere Jurist einmal davon gehört, dass bei internationalen Abkommen meist die englische und manchmal auch noch die französische Fassung maßgeblich ist, damit die Welt nicht an den handwerklichen Fehlern von Übersetzern zu Grunde geht, aber ohne eine ordentliche Konspirationstheorie über Sprachverstecke und Geheimverhandlungen in Hinterzimmern würde ja bekanntlich alles einfach nur noch langweilig sein.

Rechtsreferendar liest ACTA und findet nichts Aufregendes

Während die Öffentlichkeit noch Schlimmes ahnt, hat sich endlich ein deutscher Jurist in Person des Rechtsreferendars Jens Ferner an die Lektüre des Textes gewagt und verkündet daraufhin am 1. Februar 2012, dass die maßgeblichen Anforderungen von ACTA bereits längst deutsches Recht seien. Allenfalls zu kritisieren sei das Zustandekommen “außerhalb der Öffentlichkeit”, als hätten sich deutsche Journalisten bis gestern überhaupt einmal für das interessiert, was Juristen so weltweit an Rechtshilfe- und Durchsetzungsabkommen schließen.

Rechtsanwalt Stadler wacht auf – möglicherweise mit Inspiration durch den Rechtsreferendar

Nachdem der Referendar Ferner die Kärnerarbeit der Textdurchleuchtung auf sich genommen hat, schwingt sich der umtriebige, internetbloggende Rechtsanwalt Stadler bereits am nächsten Tag auf seine Schultern und verkündet mit Blogeintrag von 17.01 Uhr , ohne mit einem einzigen Wort die doch recht wahrscheinliche Quelle seiner plötzlichen Erkenntnisse anerkennend zu würdigen, letztlich das Gleiche wie Ferner: ACTA ist gar nicht so. Wobei am 16. Februar per Kommentar von seiner Seite in diesem Blog entgegnet wird, dass er schon viel länger am Ball gewesen sei:

Sie haben offenbar nur diesen einen Blogbeitrag von mir gelesen, andernfalls wäre Ihnen kaum entgangen, dass ich schon 2010 darauf hingewiesen habe, dass ACTA deutlich entschärft wurde und keine Regelungen zur Providerhaftung, zu Netzsperren und zu Three-Strikes enthält und andere Ansätze wie die Strafbarkeit von Urheberrechtsverletzungen längst im deutschen Recht verankert sind. Dass man ACTA vor allen Dingen deshalb problematisch finden sollte, weil es es eine falsche Richtungsentscheidung im Urheberrecht verfestigt und nicht um einen faieren Ausgleich der widerstreitenden Interessen bemüht ist, konnte man von mir auch bereits 2010 lesen.

Wir lernen damit, dass das Thema wohl eigentlich eher generell in der digitalen Luft gelegen hat, und unsere schlimmen Vermutungen damit substanzlose Polemik darstellen. Wobei es ja eigentlich in einer Szene, die das Urheberrrecht eigentlich eh für eine kuriose Antiquität des 19. oder 20. Jahrhunderts hält, eigentlich ja eigentlich gar keine wirklich böse Behauptung sein dürfte, denn Remixen nichtkommerzieller Natur soll doch in Zukunft eh erlaubt sein. Aber in der Tat ist die Grundannahme richtig: Wir lesen eigentlich immer nur einen einzigen Blogbeitrag eines Internetbloggers, denn sonst würden wir die vielen anderen Blogs in der Welt gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen können, die unverdrossen gegen das Urheberrecht ankämpfen, und das wäre irgendwie auch schade.


Was ACTA für Deutschland ändert, ist auch egal, meint die Netzpolitik, auch das Nicht-Ändern ist schlimm

Schweigen in der Internetszene, aber nur für einen Moment. Eine neue Devise muss her. Sie wird schnell geliefert von Markus Beckedahl, der über seinen Blog Netzpolitik wichtige Orientierungshilfen zu geben pflegt. An ACTA ist eben schlimm, dass es nichts ändert, heißt ungefähr ab dem 6.2. die Devise, weil es geltendes Urheberrecht zementiert. „Urheberrecht reformieren statt zementieren“, wird auch sogleich der Slogan der Digitalen Gesellschaft, deren Vorsitzender Beckedahl ist, sowie Standardaussage vieler ACTA-Akteure einschließlich der Piratenpartei. Diese These ist natürlich gewagt, wo das Urheberrecht – wir sagten es schon – schon seit Jahrzehnten in schweizbasierten Abkommen (Stichwort: Bern) festgelegt ist, aber sei´s drum. Denn im Zweifel gilt ja: Schlag! es! tot! das! Urheberrecht! – und da kommt es auf juristische Feinheiten nun wirklich nicht mehr an.

Bei ACTA geht es ja wohl eher um das Produkt- und Markenrecht von Firmen, weswegen gewitzte Staaten wie China das Abkommen schon einmal gar nicht unterzeichnet haben. Auch nicht so wichtig, inzwischen melden sich Menschenrechtskämpfer zu Wort und pochen auf das Menschenrecht auf Generika-Medikamente in armen Staaten, und das, wo wir doch noch eben die warnenden Worte von Verbraucherexperten und Ärzten gehört hatten, die darauf verwiesen, dass Generika oft nicht die gleiche Qualität wie die Originalmedikamente haben, weil sie oft andere Wirkstoffe haben. Und die Debatte über abstürzende Flugzeuge, in die gefälschte Bestandteile eingebaut, ist ja auch noch nicht so lange her, aber im Zweifel sollte man ohnehin Kohlendioxid sparen und nicht mehr fliegen – wer nicht fliegt, kann auch nicht abstürzen.

Wie dem auch sei, die Vorstellung, dass die Freunde eines gnadenlosen Monopolisten wie die Firma Google irgendwie wirklich daran interessiert seien, für so etwas wie soziale Gleichheit einzutreten, ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Wohl recht vielen ging es wohl eher um ihr ganz persönliches Menschenrecht auf unbegrenzten Download aller möglichen Videodateien und sonstiger digitaler Inhalte, weswegen selbst die Festnahme des Chefs der Datentauschplattform Megaupload Kim Schmitz, einem Multimillionär, in diesen Kreisen tatsächlich mit Mitleid quittiert wird.

Die ehrlich Engagierten aus den Dritte-Welt-Initiativen, die sich seit Jahrzehnten vergeblich für internationale Gleichheit einsetzen, freuen sich gleichwohl darüber, dass jetzt bei ACTA so viele auf ihrer Seite zu sein scheinen. Wir freuen uns mit ihnen und bitten zugleich, nicht zu sehr enttäuscht zu sein, wenn die Internet-Kämpfer anschließend zum coolen Talk mit Vertretern von Milliardenkonzernen wie Google laufen, die bekanntlich ganz fürchterlich sozial zu sein pflegen.

Wege zum (Web-)Kommunismus: Eigentum muss weg, aber erst einmal das geistige Eigentum (4.2.)

Der Abgeordnete Heveling, wir erinnern uns, ein Ende Januar (digital) geteerter und gefederter Troll, hat Recht. Diese überraschende Feststellung macht der im deutschen Internet nicht gänzlich unbedeutende Berliner Michael Seemann am 4. Februar in seinem Blog. Es geht tatsächlich bei der Diskussion um die Grundfeste der bürgerlichen Gesellschaft, meint Seemann, das Eigentum stehe in der Tat zur Dispositon, denn es sei ein veraltetes Konzept:

Wenn ich es radikal durchdenke, brauche ich einen Rechner, ein Smartphone und ein Platz zum schlafen. I Der Rest ist in der Cloud. All meine Informationen, meine Musik, meine Bücher, meine Freunde, meine Lebensstil, meine Identität.

Niemand braucht den Eigentümer mehr, meint Seemann:

Der Eigentümer ist in dieser schönen neuen Welt der nutzlose Parasit. Er hat sich längst von jeglicher Aufgabe befreit, er spielt in dem System keine Rolle mehr. Aber er ist es, der am meisten von ihm profitiert. Und wenn man sich also das System und wo es hinführt auf diese Weise anschaut, dann kommt das System Eigentum also in erhebliche Legitimationsnot.

Die Kommentare zu seinem Beitrag zeigen, dass die Verabschiedung von der bürgerlichen Gesellschaft eines Ansgar Heveling durchaus ernst genommen wird. Wir rechnen 1 und 1 zusammen und kommen zum Schluss, dass man im Leben tatsächlich zwei Rollen hat. Solange man die schönen Fotos liefert, ist man der nette Kreative von nebenan, sobald man Geld für die Nutzung dieser Bilder will, wird man zum Urheberparasiten. Das klingt plausibel. Während wir noch nachdenken, wie wir es nun unserem Vermieter erklären, dass wir wegen Feststellung seines Parasitentums nunmehr auf die Zahlung der Miete verzichten und damit zugleich unsere Texte endlich in die lizenzlose Allmende werfen können, kommen uns aber immer noch Zweifel an der asketischen Lebenseinstellung Seemanns. Irgendwie bleibt da der Zweifel. dass bei jemanden, der so viel digitales Wasser zu trinken vorgibt, irgendwo doch noch ein ziemlich reeller Weinkeller vorhanden sein könnte. Zu hoffen wäre es jedenfalls.

Michael Hanfeld in der Alltags-FAZ: “Genauere Erörterung” über Urheberrecht notwendig (1.2.)

Nachdem der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling am 30.1. in das Licht der Weltgeschichte trat im Kampf zur Rettung des Urheberrechts, sind – in digitaler Zeit gemessen – bereits wieder Jahrhunderte vergangen, seine (digitale) Leiche wurde irgendwo auf einem jener schamhaft verschwiegenen Diskurshalden vor den Mauern der Netzgemeinde geworfen, wo jetzt die letzten hungrigen Hunde herumknabbern (und die Talkshow-Manager der Fernsehanstalten bereits Reihe stehen, um diese schöne Leiche in die Gesprächsrundenverwertung zu bugsieren).

Immerhin in der Normal-FAZ versucht der Medienredakteur Michael Hanfeld so etwas wie eine Ehrenrettung des Bundestagsabgeordneten, was ihm aber sichtlich schwer fällt. Auch er muss erst einmal einiges vom Rhetorikschutt aus Korschenbroich vorzeigen, bevor er dann gleich wohl – eher matt – ausspricht: “Die Frage, wie sich das Urheberrecht als eine Grundfeste freiheitlich-demokratischer Wertordnung in der digitalen Welt bewahren lässt, bedarf schon einer genaueren Erörterung.”

Ja, das wäre vermutlich eine gute Schlussbemerkung für den Kommentar gewesen, leider hat er dann möglicherweise an den “IVW-Altar” (Knüwer) gedacht. Und fährt also fort und spricht von den Knallchargen des Web 2.0″ und meint: “Wie Pawlowsche Hunde sabbern manche von Hevelings Antipoden nun um die Wette”. Zuletzt sieht er in den Attacken auf Heveling sogar “Verzweifeltes”, – und da müssen wir dann doch widersprechen: Das Urheberrecht und dessen Verteidiger werden mit sehr viel Ruhe und Lässigkeit, Vergnügen und Gruppengeist niedergemacht. Da ist niemand verzweifelt, es macht allen Spaß. Dass das immer noch niemand, nicht einmal die FAZ-Medienredaktion begriffen hat, das dürfte wohl eher zur Verzweiflung führen, aber nicht bei Hevelings Antipoden.

Don Quichotte des Urheberrechts: Ansgar Heveling macht eine traurige Gestalt im Kampf um das geistige Eigentum (30./31.1.)

Eigentlich wollte er entschlossen in den Kampf um das Urheberrecht ziehen und hatte gerufen: “Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!” – doch es dauerte nur wenige Stunden, da wurde der Bundestagsabgeordnete der CDU, Ansgar Heveling, (digital) abgeschlachtet bzw. digital geteert und gefedert, um fortan als “Troll” sein restliches digitales Leben fristen zu müssen. Seine Internetseite wurde zur Strafe gehackt, was auf YouTube nachzusehen ist, auf Twitter liefen die Kennzeichen #heveling und #hevelingfacts heiß, mit heftigen Anwürfen und Witzen aller Art, die seine Rückständigkeit in Sachen Internet zeigen sollten, seine Veröffentlichungen wurden sogleich gründlich durchleuchtet und prompt in einem Newsletter Urheberrechtsverletzungen entdeckt, weil er ausgerechnet gegen die Namensnenung bei ansonsten vom Urheberrecht praktisch befreiten Wikimedia-Commons-Lizenzen verstieß, – und allerortens wurde er zum “Troll” erklärt. Wobei sich der schon einiges gewohnte Beobachter da die Augen reibt: Galten als “Troll” nicht bislang im Netz Kommentar-Stalker, die Blogautoren und Foren serienweise mit Kommentaren zuschütten, wenn sie nicht mit der Meinung einverstanden sind? Nunmehr scheint als “Troll” aber schon zu gelten, wer überhaupt eine von “Netzpolitikern” irgendwie stark abweichende Meinung hat. Weswegen auch gleich der Springer-Chefblogger Christoph Keese, der dem Abgeordneten helfend beisprang, in der Sachen Netzgemeine ./. Heveling gleich beiläufig ebenfalls zum “Troll” erklärt wurde.

Wie dem auch sei, Mario Sixtus bastelte aus der Heveling-Kampfreder ein Video, das dessen Rhetork mit Bildmaterial des 2. Weltkrieg hinterfragt. Freilich ist dieses Video gleichwohl von ungewöhnlicher Sanftheit geprägt, da bei Sixtus die vorlesende Stimme den kämpferischen Charakter des Textes konterkariert. Deutlich gelungener ist da das YouTube-Video von “SuperPussyterror“, in dem Adolf Hitler quasi mit Originalstimme und heftig gestikulierend vorträgt.

Seltsamerweise will Internet- und Zeitschriftenmacher Thomas Knüwer, der ansonsten eigentlich noch nie so richtig für digitale Zartheiten bekannt war, hier nicht mit auf den schon am Boden liegenden Heveling eintreten (was die “Netzgemeinde” derweil mit zunehmendem Vergnügen macht). Ganz im Gegenteil findet er zum Erstaunen mancher Kampfgenossen, dass nicht der Bundestagsabgeordnete der “Troll” sei, sondern das Handelsblatt, das den Text veröffentlicht habe.

Der Abgeordnete aus Korschenbroich ist gleichzeitig eine arme, vom Handelsblatt missbrauchte Sau.

Heveling sei ein “Klickopfer auf dem IVW-Altar”. Das Handelsblatt habe den Beitrag nur veröffentlicht, um im Netz hohe Besucherzahlen zu erhalten. Knüwer konstatiert dabei Redaktionsversagen: Es hätte zum Dienst am Leser gehört, solch einen schwachsinnigen Text gar nicht erst abzudrucken. Als umsichtiger Internetexperte legt er den Lesern aus der digitalen Szene nahe, die Links auf den Beitrag von Heveling so einzustellen, dass der Beitrag nicht durch die Verlinkung in den Augen von Google weiter aufgewertet wird: Aus diesem Grund habe ich die Links hier übrigens als No-follow-Links gesetzt, die von Suchmaschinen nicht gezählt werden . Damit hat er freilich ein Geheimnis verraten, wie gewisse Leute offenbar ihre Diskurse erfolgreich steuern. Unbequeme Meinungen werden am besten gar nicht verlinkt, um sie aus den Suchmaschinen rauszuhalten, bzw. wenn das dann doch sein muss, mit einer Kennzeichnung, die eine Google-Aufwertung des verlinkten Beitrags verhindert. Ach, digitale Demokratie, wie trügerisch sind Deine Akteure, möchte der Beobachter da ausrufen. Freilich muss der Fairness halber hinzugefügt werden, dass die Digitalen Nativen mit dieser Praxis nicht anders verfahren als die Redaktionen übriger Medien, die in ihren Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkmedien ebenfalls massiv Meinungen ausschließen, um überhaupt jede ungewohnte Diskussion zu vermeiden.

Am Ende drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass Knüwers unerwartetes (natürlich immer noch vergiftetes) Mitleid mit Heveling eher was damit zu tun haben könnte, dass er seinem ehemaligen Arbeitgeber (ja, genau, das Handelsblatt) oder seinen Redaktionsnachfolgern by the way einfach eins auswischen möchte. Denn der Beitrag erschien ja nun einmal zuerst in der gedruckten Zeitung, und da gibt es bekanntlich eher keine Klickerfolge. Wenn die Auswahl des Beitrags also bei der Printredaktion lag (was naheliegt), ist seine verständnisgetriefte Reaktion natürlich auch von der Katz. Wie dem auch sei, wohl auch zur Korrektur seines mitleidigen Images hat Knüwer anschließend eine Persiflage des Beitrags von Heveling verfasst, in dem es nicht um die Rettung vor den digitalen Maoisten, sondern die Rettung der digitalen Welt vor den gefährlichen Zeitungsverlegern geht. Dieser Text ist wunderschön und der Leser darf sich mit der beruhigenden Erkenntnis zu Bette legen, dass auch Knüwer nicht nur Wut und Mitleid, sondern auch Humor zu haben scheint.

(Schwarz-)Weißer Ritter im Kampf um Mittelerde: MdB Ansgar Heveling mit Erstschlags-Rhetorik zur Rettung des geistigen Eigentum unterwegs (30.1.)

“Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!” Immerhin bis zum 30. Januar hat es gedauert, bis das Dauermobbing gegen das geistige Eigentum einen weißen Ritter in Person von Ansgar Heveling gebar, seines Zeichen CDU-Bundestagsabgeordneter. Sein Gastkommentar im Handelsblatt übertrifft jeden Wortwitz, den wir an dieser Stelle mühsam zu produzieren versuchen. Heveling gibt beim geistigen Eigentum keinen Pardon, als “geschichtsbewusster Politiker” ruft er aus:

“Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen!”

Weiter: (…) “Diese bürgerliche Gesellschaft mit ihren Werten von Freiheit, Demokratie und Eigentum hat sich in mühevoller Arbeit aus den Barrikaden der Französischen Revolution heraus geformt – so entstand der Citoyen. Und genau dort, in den Gassen von Paris im Jahr 1789, wurde die Idee des geistigen Eigentums geboren. Welche Errungenschaft wider die geistige Leibeigenschaft des Ancien Régime! Endlich konnte man – unabhängig von Herkunft und Status – mit seines Geistes Schöpfung wirtschaftlich etwas anfangen. Diese Idee des geistigen Eigentums sollte sich als Motor für Innovation und Entwicklung auf dem europäischen Kontinent erweisen. Eine Idee, deren Bewahrung auch im digitalen Zeitalter lohnt.”

Ohne Zweifel geht es beim Kampf um das geistige Eigentum um eine unheilige Allianz aus diesen “digitalen Maoisten” und kapitalstarken Monopolisten, zumal ja auch die iPhones vom Ultrakapitalisten Foxconn in einem Land produziert werden, das immer noch Mao-Bildchen im Lande (und sogar in Tibet) verteilen lässt. Ob sich das geistige Eigentum aber mit solchen rhetorischen Flammenwerfern überzeugend verteidigen lässt? Die Lektüre des MdB-Pamphlets lässt ahnen, dass im Endkampf zwischen geistigem Eigentum und der “Netzgemeinde” unser humoristisches Potenzial noch ziemlich strapaziert werden wird.

Wir schließen mit der Einsicht des MdB, dass “offensichtlich Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge sind”. Auch wenn wir den Zusammenhang mit der Debatte nicht ganz verstehen, ist das zumindest ein (allerdings einziger) gelungener Satz in der Kolumne.

Sonntag-FAZ glänzt mit Marxismus-Grundkurs wider das ausbeuterische geistige Eigentum (29.1.)

“Wir sollten uns endlich von der unbrauchbaren Metapher des geistigen Eigentums verabschieden”, fordert Harald Staun am 29.1. in der gleichwohl nur kostenpflichtig abonnierbaren “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (deren Verlag allerdings munter gegen Plagiate durch Internetdienste wie perlentaucher.de zu klagen pflegt). Denn, so die überraschende Erkenntnis, die Möglichkeit des Musikstreamings hebelt die Warenwelt des geistigen Eigentums aus. Dabei gibt sich Staun alle Mühe, mit der Sonntags-FAZ (so eine Art Coffee-Table-FAZ, in der ein bisschen mehr höherer Unsinn erlaubt ist als in der normalen Ausgabe) die “junge Welt” links zu überholen. “Die Konsumenten, vor allem aber ihre Produzenten, digitaler Musik…orientieren sich im Kern an einer Ökonomie, die, um es mal marxistisch auszudrücken, die Warenform als natürlichen Aggregatzustand kultureller Güter betrachtet”, meint Staun. Also alle sind irre: Sowohl diejenigen, die Musik herstellen als auch diejenigen, die sie konsumieren. Sie befinden sich beide im Verblendungszusammenhang der Warenform. Das Eigentum an Musik bzw. stromförmigen Inhalten ist längst tot, nur keiner hat schon so richtig gemerkt (außer Herrn Staun)! Auch der Raubkopierer bewege sich mental noch in der “Negation” der Warenform, denn klauen und haben muss heutzutage niemand mehr etwas, alles streamt bzw. fließt.

Nun könnte dem irren Tanz von Staun um die Warenform entgegengehalten werden, dass die korrekte polit-ökonomische “Ableitung” gewisser staatlicher und juristischer Regelungen doch einmal Gegenstand langer feuilletonsredakteursmäßiger Debatten in Universitätsseminaren und Gegenstand einer ganz eigenen politisch korrekten Rechtslehre gewesen sein soll, aber Staun hatte sich spätestens da vermutlich schon in die Eckkneipe verdrückt und lieber Sater, Freud oder Marcuse gelesen. Wäre er bei Marx bzw. Paschukanis geblieben, hätte er vielleicht lernen können, dass das geistige Eigentum und das Urheberrecht noch nie 1:1 von einer Warenform abhängig waren, sondern zu guten Teilen vielleicht nichts anderes sind als eine staatlich fixierte Geldrente für Urheber und Verlage.** Oder neudeutscher: Kapitalismus geht auch mit solchen luftigen Dingen wie Dienstleistungen und Rechten, – die Warenform geht auch ohne anwesende Ware.

Während wir uns dabei immer noch fragen, ob sich die Warenform nicht schon damals auflöste, als RTL aus Luxemburg die einzige in Deutschland hörbare Musik zu senden pflegte (und wir am Cassettenrekorder mitzuschneiden pflegten), macht Staun in seinem Beitrag den Schlenker vom doch (ehemals) recht linken Marx zum rechtskonservativen US-Professor Lawrence Lessing, der aus der Chicagoer Schule stammt, die sich, pardauz, eigentlich zentral für Eigentumsrechte einzusetzen pflegt. Dieser wird in Deutschland ironischerweise auch von der “Digitalen Linken” vergöttert, weil er das Urheberrecht für quasi tot erklärt. So trifft sich links und rechts, Hauptsache Urheber tot.

Der Leser fragt sich natürlich auch, ob Staun noch nie davon gehört hat, dass beispielsweise die GEMA, Warenform hin, Warenform her, schon heute ganz normal Gebühren für das Musikstreaming kassiert. Was durchaus funktionieren kann, wenn mit Nutzer-, Umsatz- und Gewinnkennzahlen gerechnet wird und ein für alle Beteiligten akzeptabler Tarif dabei rauskommt. Ob die Musik, die am Ende herausströmt, als Ware oder Dienstleistung bezeichnet wird, ist dabei eher schnurz. Wichtig für die Urheber ist vor allem, dass sie eine Vergütung erhalten. Dieser “rentenförmige” Geldanspruch ruht wiederum auf dem Konzept des geistigen Eigentums, das damit eben wohl eher nicht per se veraltet oder weggeströmt zu sein scheint, weil es noch nie allein an einer Ware klebte.

Dem Presseschauder schauderts ´s nicht bei SOPA (24.1.)

Wenn es in den USA stürmt, werden in Deutschland die Fenster zugemacht. Deswegen findet die Debatte darüber, ob von Hollywood und der US-Musikindustrie ausgehende Gesetzesvorhaben in den USA gegen Urheberrechtspiraterie (SOPA und PIPA) gut oder schlecht sind, auch in Deutschland statt. Wie immer gilt das Gesetz der Meute, es gibt eine Meinung, der eher alle folgen, die Sinn, Geschmack und Verstand haben. Seltsamerweise ist es diesmal aber gar nicht die Meinung des gelegentlichen BILD-FAZ-Spiegel-Kartells, sondern der Aufschrei der Internetindustrie, der auf der (digitalen) Straße zu hören ist. Die Freiheit des Netzes, vor allem aber auch des unbeschwerten Geldverdienens im Netz ist bedroht, weswegen auch bekannte Bürgerrechtsfreunde wie die Firma Facebook und Google mit gegen das Gesetz protestieren.

Deutschland Netzdemokraten verstehen bekanntlich als einzige, wie zu Fragen wie SOPA im Netz zu kommunizieren ist. Zum Zweck der (Selbst-)Verständigung haben sie ja ohnehin Vereinigungen wie die Digitale Gesellschaft gegründet, wie auch den Club der (natürlich nur ganz privaten) Freunde von Facebook und Google wie D64, oder sie arbeiten direkt für Lobbyfirmen, die sich mit Blogs wie Netzpolitik schmücken.

Die Galionsfigur der Netzpolitik, Markus Beckedahl, weiß daher, wie sich Digitaldemokraten ganz schnell eine Meinung zu einem politischen Thema bilden können, und hält kein Blatt vor den Mund (bzw. vor seinen Hintern): “Du weißt dass #sopa scheiße ist, wenn @christophkeese in seinem Blog eine Lobrede darauf hält”, twittert er fröhlich und verlinkt auf einen Beitrag des Konzerngeschäftsführer Public Affairs bei Axel Springer, Christoph Keese. Klar, Fäkalbeleidigungen sind in Deutschland bekanntlich, wie Ethnologen schon herausgefunden haben, so eine besondere nationale Eigenart, die damit auch in den netzpolitischen Diskurs gehören. Dabei wäre Käse metapher- und hänselmäßig doch eigentlich passender gewesen.

Wie dem auch sei, was hatte denn dieser Springer-Scherge nun verbrochen, der übrigens seinen Blog (ganz wie auch die Freunde von D64) seltsamerweise als “privat” bezeichnet (wo man doch weiß, dass privat im Hause Springer eher geritten oder gesegelt wird). Er findet allen Ernstes: SOPA ist viel besser als sein Ruf und sollte Gesetz werden. In seiner ausführlichen Gesetzes-Exegese versucht er zu zeigen, dass Maßnahmen gegen ausländische Internetseiten in den USA unter der Kontrolle der Gerichte stehen und kommt zur Conclusio: “Für Willkür der Bundesregierung zur Einschränkung der Freiheit im Netz bleibt kein Platz. Wikipedia und viele andere übertreiben maßlos.” Die Netzgemeinde staunt sichtlich über soviel Kamikaze-Geist. Das kann nur Springer, bzw. ist der Geist des von der Springerpresse publizistisch liebevoll betreuten RTL-Dschungelcamps. Doch keiner will Keese offenbar da rausholen. In den zahlreichen Kommentaren zum Beitrag findet sich bisher jedenfalls kaum ein ernstzunehmendes, wirklich ausformuliertes Gegenargument. Statt dessen werden – Generation “Cut and Paste” bzw. “Remix” – einfach mal Internetlinks zu (amerikanischer) Kritik zum Gesetz gepostet. Ob die Diskussion in Deutschland über ein Gesetz in den USA dabei nicht eher der bekannte Sack Reis ist, der unbemerkt umfällt, wird dabei von keiner der beiden Seiten reflektiert.* Wir warten bis dahin auf das (US-)Gesetz zur Legalisierung von bewaffneten Drohnen zur wirkungsvollen Eliminierung von Werkstätten, in denen Raubkopien angefertigt werden. Spätestens dann, wenn neben einem plötzlich etwas explodiert, wird man Anlass haben, noch einmal im Keese-Blog “Presseschauder” nachzuschauen, ob es nicht auch dafür eine wohlreflektierte Begründung geben mag.

SOPA und PIPA sind allerdings ohnehin nicht wirklich gestoppt, heißt es derweil in Amerika. Vielleicht hat sich jemand von deutschen Blogdebatten überzeugen lassen?

Erzkonservative fürs Urheberrecht (24.1.)

“Was soll eigentlich dieses Urheberrecht?”, fragt Rechtsanwältin Dr. Nina Diercks und verspricht, die Themen “SOPA, PIPA, Verhaftungen, Nutzer und Verletzte” anzusprechen. Die schlechte Nachricht: Dr. Diercks gehört zu den Dinos, die noch Wert auf das Urheberrecht legen. Deshalb bekommt sie in den Kommentaren auch gleich Schläge und wird als “erzkonservativ” gebrandmarkt. Ja, wer heute noch das Urheberrecht verteidigt, muss wohl irgendetwas zwischen Monarchist oder Exorzist sein, vielleicht sogar beides…

YouTube-Pranger (25.1.)

Noch ein in Sachen Urheberrecht Unverbesserlicher wagte es sogar, bei YouTube einfach einen Film zu monieren. Zur Strafe vermerkte das YouTube-Team auf dem nunmehr gesperrten Video (dessen Symbol bei Suchanfragen zum Thema angezeigt wurde), dass das Video “wegen eines Urheberrechtsanspruch von …. (namentliche Nennung)” nicht mehr verfügbar sei. Früher wurde so etwas “Pranger” genannt, heute ist eigentlich ziemlich erzkonservativ, sich darüber aufzuregen, dass man oder frau so etwas wie ein Urheberrecht geltend macht. “Das zieht einem die Schuhe aus”, meint der empörte Bürger, doch eigentlich sollte er eher aufpassen, dass ihm nicht demnächst nach arabischer Tradition (digitale) Schuhe entgegengeworfen werden wegen seiner urheberrechtlichen Starrköpfigkeit, Modell 20. Jahrhundert.

Abfindung statt Urheberrecht (23.1.)

“Wir alle müssen uns mit Piraterie im Digitalen abfinden”, meint Martin Weigert im Blog netzwertig.com, und wir schlagen schon gar nicht mehr die Hände über dem Kopf zusammen, denn das ahnten wir schon seit Buddhas Zeiten, dass dem Lauf der Welt und ihrer Veränderung nichts entgegen zu setzen Sinn macht.

Taubers Welt oder ein MdB, der gerne rechtmäßig raubkopieren will (23.1.)

Der Abgeordnete Tauber (Enquetekommission Internet…) bezieht zwar die üblichen stattlichen Abgeordnetenbezüge, aber von den Urhebern und ihren Geräteabgaben verfolgt läuft er durch die Wohnung und rechnet aus, dass er mit sage und schreibe fantastillionischen 179 Euro Abgabe belastet wurde für seine Haushaltsgeräte. Für diesen unglaublichen Betrag darf er aber nicht einmal zu einem wirklichen Raubkopierer werden, sondern nur Privatkopien anfertigen. Das verbittert Herrn Tauber, MdB: “Ich habe also nach meiner Lesart damit keineswegs das Recht erworben, eine beliebige Zahl an Raubkopien zu erstellen. Gleichwohl sollte mit dieser Abgabe auch das Recht auf eine Privatkopie verbunden sein. In diesem Recht bin ich als Nutzer trotz der Abgabe eingeschränkt. Das verstehe ich nicht unter einem fairen Urheberrecht.” Nachzulesen unter Wer kennt die ZPÜ?

D64, die rein privaten Google-Freunde, natürlich (18.1.)

“Das Urheberrecht muss wieder unwichtig werden…[es braucht] auch in Deutschland dringend eine Fair-Use-Klausel, die Remix von Werken im Internet legalisiert”, schreibt Matthias Richel in Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem, auf der Seite der “Freunde von Google” D64

Abraumhalde der Geschichte (21.1.)

“Wie können Kreative und Künstler von ihrer Arbeit leben (…) Das hat mit der leidigen Urheberrechtsdebatte gar nichts zu tun. Es ist eine gesellschaftliche Frage, die vermutlich in dem Moment lös- und bezahlbar wird, wenn die Verwertungsindustrien von den Verhandlungstischen verschwunden und auf der Abraumhalde der Geschichte gelandet sind, auf die sie gehören”, meint Ulf Schmidt unter der Überschrift “Warum das aktuelle Urheberrecht den Urhebern nichts nützt – und wer sie wirklich ausplündert (wenn nicht die Netznutzer)” in Antwort auf den Beitrag von Richel im Blog “Postdramatiker”.

WDR-Beiträge lizenzfrei, bitte (23.1.)

Die Autoren des WDR sollen nicht so sehr an ihren Beiträgen hängen: “Stellt eure Audiobeiträge, die man bis zum Zeitpunkt der Depublikation auf eurer Website findet, doch künftig bitte unter eine Lizenz, die es dem Höhrer erlaubt, das Werk ungehindert über Tauschbörsen oder die eigene Website (beispielsweise das eigene Blog) weiterzuverbreiten.” Fordert Peter Piksa mit “offenem Brief” an den WDR und erhielt auch schon eine enttäuschende Antwort. Per Twitter bittet er den DJV (oder auch WDR-Autoren) um kritische Kommentare zu seinem Blogbeitrag “Offener Brief an den WDR5 zu Creative Commons und Depublikationspflicht”.

(Mehr folgt…)

Eine ausführliche Zusammenstellung aktueller Debattenbeiträge findet sich übrigens auf dem Blog von Heike Rost.

Aggregator dieser (noch sehr kleinen) Zusammenstellungsleistung:

Michael Hirschler

*Womit wir jetzt irgendetwas Metamäßiges abgesondert hätten
**Wir waren damals ebenfalls in der Eckkneipe und müssten daher das Problem der Ableitung erst noch einmal gründlich auf der nächsten marxistischen Volksuniversität in Davos durchdiskutieren

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11 Kommentare »

  1. Ihr Sarkasmus ist leider berechtigt, Herr Hirschler. Die Sympathie vieler Blogger für Google und deren Urheber(un-)rechtspositionen dürfte übrigens auch damit zusammenhängen, dass Google-Ads so manchen Blog zieren…

  2. Sie haben offenbar nur diesen einen Blogbeitrag von mir gelesen, andernfalls wäre Ihnen kaum entgangen, dass ich schon 2010 darauf hingewiesen habe, dass ACTA deutlich entschärft wurde und keine Regelungen zur Providerhaftung, zu Netzsperren und zu Three-Strikes enthält und andere Ansätze wie die Strafbarkeit von Urheberrechtsverletzungen längst im deutschen Recht verankert sind. Dass man ACTA vor allen Dingen deshalb problematisch finden sollte, weil es es eine falsche Richtungsentscheidung im Urheberrecht verfestigt und nicht um einen faieren Ausgleich der widerstreitenden Interessen bemüht ist, konnte man von mir auch bereits 2010 lesen.

    Ihr Text belegt einmal mehr, dass Polemik die journalistische Sorgfalt nicht ersetzt.

  3. Was will uns dieser Artikel sagen? Ich weiß es nicht, es fehlt mir eine Aussage.
    Aber egal, ich stelle jedenfalls fest, dass immer wieder “Gegen ACTA sein” mit “schafft das Urheberrecht ab” verwechselt oder vermischt wird.

    Das die Anwendung des Urheberrechtes jetzt schon ein Problem ist, dürfte unbestritten sein (siehe Abmahnindustrie).
    Mag sich irgendein Journalist mal vorstellen, dass alle seine Speichermedien und Computer am Zoll peinlichst genau auf Urheberrechtsverletzungen überprüft werden?
    Mag sich der gleiche Journalist dann noch vorstellen, dass alle seine Speichermedien und Geräte auf unbestimmte Zeit beschlagnahmt werden, weil ein Anfangsverdacht bestand?
    Oder dass er morgens aus dem Bett geklingelt wird und nette Beamte seine Wohnung durchsuchen und alles (!) mitnehmen was irgendwie mit Computer und Speichermedien zu tun haben könnte?
    Oder mag man sich vorstellen, dass einem die Verwerteindustrie mal eben den Blog durch den Provider schließen lässt, weil die angeblich irgendwas im Text gefunden hat, was geschützt sein oder Markenrechte verletzen könnte (!) ?
    Und dazu noch der Internetzugang gesperrt wird, weil man sich kritisch mit der “Lobby” angelegt hatte?

    ACTA ist falsch, weil es einseitig von der Lobby der “Industrie” diktiert wurde.
    Es soll keiner glauben, dass die “Industrie” nur feine Methoden verwendet und immer nur ihre Rechte verteidigen würde. Im Zweifel (eher ohne Zweifel) nehmen sie wahrscheinlich einfach mal alles (was Geld bringen könnte), als ihr Recht wahr. Als Beispiel passt GEMA ganz gut, die scheints auch YouTube Videos sperren ließ, worauf sie gar keine Rechte hatten, nur weil die Videos aus Deutschland kamen. Als würde VG-Wort alle Blogs vorsorglich schließen lassen, weil sie davon ausgingen, selbstverständlich die Rechte an den Texten zu haben.

    Was würde einem freien Selbständigen nach Jahren Gerichtskampf ein Schadensersatz bringen, wenn ihm zuvor die Existenz entzogen wurde?

    Wir haben jetzt schon massive Probleme mit einigen altmodischen Gerichten und ACTA würde diesen Zustand zementieren und Politiker mit dieser Denkweise bestärken.
    Würden alle so denken wie die “Industrie”, gäbe es kein freies und kostenloses WordPress mit kostenlosen Themes die man nutzen kann, um seinen eigenen Blog damit zu betreiben. Es gäbe auch keine freie Software mehr, eine Webseite würde mindestens 100.000 Euro kosten wie zu Urzeiten. Die Verwertungsindustrie macht es uns vor mit ihrem Klammern an alte Vertriebskanäle und Preise.

    ACTA passt eigentlich sowieso nur auf die klassische Produktfälschung, die physikalisch in irgendwelchen Ländern betrieben wird. Für das Internet und das Computerzeitalter passt es nicht. Aber das wundert nicht, wenn man bedenkt, wer die Urheber dieses Werkes sind.

  4. @Frank – Du bringst hier gut auf den Punkt, was die digitalnative Matrix derzeit alles so als “neu” wg ACTA assoziiert. Aber Zollrecht gab es schon vor ACTA, was man u.a. am Rhein an nur scheinbar schönen Burgen sehen kann. Beschlagnahmt wurde in jener Vorvergangenheit auch schon mal Dein C64, was damals – jedenfalls nach urbanen Gerüchten – von der Firma DataBecker ausgegangen sein soll, die nach Raubkopien ihrer Software fahnden ließ. Und die GEMA sperrt nicht Videos, sondern Google-YouTube sich selbst. Die GEMA befindet sich aus ja schon nachvollziehbaren Gründen in Verhandlungen mit YouTube, da die von ihr verwalteten Musikstücke dort massiv genutzt werden. Der Milliardenkonzern Google scheffelt mit seiner YouTube-Werbung weitere Milliarden – und da stellst Du Dich auf die Seite von Google statt der Musikschaffenden und ihrer Verlage, denen Google keinen Cent gönnt… Früher hätte man hier von gelungener Manipulation durch digitale Maschinen gesprochen, wenn Leute mal eben so unübersehbare Internet-Machtverhältnisse ignorieren. Google ist gut, wir wissen schon, wie überhaupt alles, was Netz ist, Megaupload, Kimmie Schmitze und andere kreative Macher. Was Deine Meinung angeht, mit ACTA kann Dein Internetanschluss abgestellt werden, diese lebensbedrohliche Regelung müssen wir noch im Abkommen finden. Sie ist dort sicherlich in klingonischer Geheimschrift auf der englischen Originalfassung notiert, die bekanntlich in einem japanischen Geheimversteck lagert (unter dem gelben Nimbus 2000).

  5. @Redaktion
    Wir hatten damals zur Burgenzeit aber auch einen genialen externen Strategen, der die kleinstaatlichen Zölle abschaffte und manche Burg in Stücke zerbröselte. Ähnlich wie Google, war er marktbeherrschend, Napoleon.
    Erst danach konnte der Handel sich frei entfalten.
    Sollte es jetzt ähnlich sein?

    An eine Geschichte um DataBecker(?) und C64 kann ich mich noch schwach erinnern, das rief damals schon Empörung hervor.
    Und natürlich “sperrt” die GEMA die Videos, denn Google würde das nicht freiwillig tun. Welche Klotz am Bein die GEMA ist, kann jeder bestätigen der nur mal auf einem Marktstand ein Radio spielen lässt oder ein winziges Restaurant betreibt mit offenen Fenstern. GEMA gehört abgeschafft und durch was besseres ersetzt, denn dort sind verkrustete Strukturen, genauso wie bei der GEZ.
    Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt schlicht weg nicht mehr.
    Und genau das sagt Google auch (und viele Internet-Radio-Sender auch).

    Aber wie will man alten Herren mit grauen Bärten (GEMA) Veränderungen bewusst machen, wenn nicht durch geniale Strategen wie damals?
    Die Burgen gehören geschliffen!

    Statt zu erkennen, wie genial die Plattform YouTube für den on-demand Musikvertrieb wäre, wird es blockiert wo es nur geht. Gottgleich sitzen die Rechteverwerter da und sagen, ich dulde keinen Herrn neben mir!
    So wird es aber nie funktionieren, ein gemeinschaftliches Konzept aufzubauen.

    Würde es analog dazu beim Telefon noch so aussehen wie bei der Rechteindustrie, dann würde immer noch die Minute ca. 12 Cent kosten, Auslandstelefonate unerschwinglich sein und Internet immer noch mit dem alten 1200 Baud-Modem laufen, weil schnelleres zu teuer wäre.
    Entwicklung ist etwas, was der Musik- und Filmindustrie in Sachen Vermarktung ein Fremdwort ist.

    Und so scheffelt Google halt die Milliarden alleine ohne die Musikschaffenden daran zu beteiligen. Das was GEMA macht, ist das gleiche wie wenn ein Kind dem anderen die Sandburg kaputt macht, weil es nicht Chef spielen darf.

    Ich bin gar nicht so auf Seiten von Google wie es scheinen mag, ich bin auch kein besonderer YouTube Nutzer, wenn überhaupt, denn ich klicke nur wenige Male im Monat auf einen YouTube Link. Und ganz selten dreht es sich dabei um Musik. Ich bin eigentlich ein Nichtkonsument, was Musik und Film angeht. Kino geht mir mehr oder weniger am Arsch vorbei, aber ab und an gehe ich rein, wegen der Familie.
    Aber ich verstehe die anderen, denen das wichtig ist und die nicht wie früher, ein Vermögen für Musik und Videos ausgeben können und wollen. Die Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Warum? Weil sehr viele andere Dinge seit die Single-Schallplatte 6 DM kostete, hinzu gekommen sind. Der Kuchen blieb in etwa gleich groß, nur ist er in viel mehr Stücke aufgeteilt.
    Das missfällt natürlich den Milliardären der Musik- und Filmindustrie. Der Markt bröckelt, andere möchten auch etwas vom Kuchen haben, wie Handy und Spielehersteller, Internetprovider und vieles andere.

    Früher, zu den guten alten Musikindustrie-Zeiten, da war alles anders, da kostete die Musik-Kassette 21 DM und die Langspielplatte 23 DM und wer 100 Alben wollte, der musste halt über 2000 DM dafür hinblättern. Das konnte Jahre dauern aber dafür konnte man stolz auf eine Sammlung seiner Lieblingsinterpreten blicken.
    Aber heute? Wie viel Musik wird in durch die Massenproduktion ausgeschüttet pro Jahr? Wie viel Geld soll man pro Jahr ausgeben und für wen?
    Ginge es nach GEMA und Musikindustrie, sicher 1 Euro pro angehörten Song oder mehr. Will man den Song einmal auf dem PC hören statt auf dem MP3-Player, dann werden nochmal Beträge fällig. Das kann sich summieren im Jahr, klingt nach Gelddruck-Maschine und die Hörer sind die Zitronen die gepresst werden.

    Und dass man Seiten wie Megaupload das Handwerk legen kann, ohne ACTA, hat sich nun gezeigt. Wozu also braucht es noch ACTA, PIPA und SOPA?
    Die Sache um Kim Schmitz und Megaupload ist ja nun eine Extremposition aber zugleich auch ein Symptom, ein Symptom dafür, dass Bedarf da ist aber dieser nicht richtig gestillt wird.
    Ich denke, dass diejenigen die nichts bezahlen wollen, es auch nicht tun werden, wenn es keine illegalen Seiten mehr gäbe. Dieser Markt ist nicht existent, es entstehen keine Verluste denn Nichtkunden kaufen nicht.
    Es entsteht nur Neid bei den anderen, weil diese da kostenlos Musik hören und Filme gucken können. Aber sind Musikschaffende wirklich neidisch auf jene, die ihre Musik hören würden aber nicht dafür zahlen möchten oder können?
    Oder sind es nicht eher die Rechteverwerter, die um ihre Milliarden bangen?

    Wie verlogen die Rechteindustrie ist, zeigt sich schon daran, dass sie einfach jeden Download als Verlust bezeichnen, obwohl ihnen materiell nichts verloren ging. Wer ihnen glaubt, dass jeder illegale Download stattdessen ein Kauf (Miete trifft es eher) gewesen wäre, glaubt auch an grüne Männchen und weiße Elefanten die nachts durch die Straßen schleichen.
    Es geht einfach nur ums Geld, um viel Geld und die Gier nach Geld macht blind.

    Was würden denn die Musikschaffenden machen, wenn wirklich nur noch die Leute ihre Musik hören würden, die sie auch wirklich hören wollten und dafür die hohen Beträge bezahlen würden?
    Ich glaube, die meisten müssten sich einen Job suchen, damit sie von etwas leben können.
    Und das ist der Knackpunkt, GEMA und Co. sorgen dafür, dass auch jede noch so schlechte Musik ordentlich Geld in die Kassen spült. Da wird halt auch mal an den (darf ich nicht sagen) manipuliert um besser Kasse zu machen. Es ist eine Industrie, die einen stetig steigenden Geldstrom fordert, koste es was es wolle.
    Und da will die eine Krähe der anderen (YouTube) ein Auge aus hacken? Statt sich die Plattform zu teilen (zum selbst entwickeln sind sie wohl nicht gut genug), stehen sie im Abseits.

    Und es kommt tatsächlich vor, dass manche Künstler vom einen oder anderen erst durch YouTube entdeckt wurden, weil die Mainstream-Maschine das nicht zeigte.
    Und es soll Künstler geben, die gemerkt haben, dass YouTube gar nicht so böse sein muss und man damit ihren Bekanntheitsgrad ohne Knebelverträge mit der Lobby steigern kann.
    Und man munkelt, Kim Schmitz hätte ein für Künstler interessantes Vermarktungskonzept gehabt (und welches die Rechteindustrie unwichtig machte), das er herausbringen wollte und darum sei gerade jetzt der Schlag gegen ihn erfolgt. Was da dran ist, weiß ich nicht aber sowas wäre tödlich für diejenigen die bisher die Rechte den Künstlern abgekauft haben.

    Mit ACTA soll sichergestellt werden, dass Druck auf die Provider ausgeübt wird, damit diese ebenfalls zum Gesamtpaket beitragen. Angenommen einer der größeren Provider wie 1&1 oder Telekom ständen nach der ACTA Umsetzung unter dem Druck, Kunden nicht mehr den Zugriff auf “illegale” Internetseiten zu gewähren, andernfalls würden diese Provider kostenintesive Probleme bekommen. Was macht nun ein solcher Provider?
    Genau, er bemüht seine Juristen und bastelt eine AGB, nach der es möglich ist, solchen Kunden kurzerhand den Vertrag zu kündigen. Und weg ist der Internet-Anschluss.
    So einfach geht das.

    Mag man noch bei denjenigen die ihren Anschluss tatsächlich nur zum illegalen Datensaugen benützten, denken das geschieht ihnen recht, so ist es bei weniger eindeutigen Fällen zweifelhaft, ob es richtig war oder Willkür oder schlicht Zensur.
    Wie leicht man draußen ist, zeigt sich immer wieder bei Facebook: Die sperren einfach Seiten weil irgendwas der amerikanischen AGB-Regelung nicht passt, Deutsches Recht hin oder her.
    Auch YouTube hat bei Stuttgart 21 gezeigt, wie schnell zensiert wird. Da waren Aufnahmen von Polizisten die Jugendliche mit dem Schlagstock vom Polizeiwagen holen, und schon war das Video “gemeldet” worden und nicht mehr verfügbar ohne Altersnachweis.

    Und Provider die unter Druck sind, werden auffällige User einfach per AGB ausweisen.
    Das betrifft Mich vermutlich nicht, aber mir geht es um die prinzipielle Möglichkeit, auf diese Weise kritische Stimmen mundtot machen zu können oder ihnen zumindest das Internet-Leben sehr schwer. Es reicht dann dank ACTA aus, den “mittelbaren” Zusammenhang in irgendeiner Weise zu konstruieren, um wahrscheinlich jeden irgendwie klein zu kriegen.

    Verstanden, wie Internetanschlüsse abgestellt werden?

    Und seien wir mal offen: Wer ist wirklich überrascht, dass die Rechteindustrie Hintertüren in YouTube hat (wie neulich mal bekannt wurde), um dort unliebsame Einträge beliebiger Art zu löschen?
    Das funktioniert ganz einfach so: Die Rechteindustrie kommt und sagt, “Bau uns eine Schnittstelle ein, damit wir löschen können wovon wir vermuten dass es illegal sein könnte, oder wir verklagen dich in Grund und Boden!”
    Es ist ein Geschäft… und es geht nicht um die Kreativen, sondern nur ums Geschäft.

  6. Wir sehen in der Anti-ACTA Bewegung eigentlich nur zwei Ziele – die Abschaffung der Verwertungsgesellschaften und das sammeln von Content durch soz. Netzwerke sowie tech. Systeme. Denn welcher Freie kann sich noch mit Google anlegen, wenn er nicht mehr durch eine Verwertungsgesellschaft vertreten wird.

  7. @Frank – ich glaube, das solltest Du Dir genauer anschauen. Google (und seine kritiklosen Freunde wie Netzpolitik-Beckedahl) sind doch nicht einmal für faire GEMA-Gebühren oder dafür, dass Autoren an Google Books fair beteiligt werden, sie sind grundsätzlich gegen Beteiligung der Kreativen durch Verwertungsgesellschaften. Und Deine These “Und man munkelt, Kim Schmitz hätte ein für Künstler interessantes Vermarktungskonzept gehabt (und welches die Rechteindustrie unwichtig machte), das er herausbringen wollte und darum sei gerade jetzt der Schlag gegen ihn erfolgt” – da müssen wir uns doch auf dem Teppich rollen vor Lachen. Kimmy Schmitze als Retter der Kreativen… – was die Google- und Megaupload-Netzpolitik-Fraktion sich noch alles an Verschwörungstheorien ausdenkt, wird eines Tages alles in ein Satyricon der Digitalna(t)iven gehören.

  8. @Redaktion
    Was sind faire GEMA Gebühren? Das müsste erst noch herausgefunden werden.
    Wenn es alle so machen würden wie ich, einfach keine Musik mehr hören (doch, das geht), dann wären es faire Gebühren, denn keiner bekäme mehr Geld und die GEMA wäre pleite.
    Die Musiker auch.
    Und das wäre dann wieder schade.
    Also muss man Musik hören, ob man will oder nicht, der Musik willen.

    Was Kim Schmitz und Megaupload anbelangt: Ich kenne weder den einen noch das andere gut, ich lese es auch nur aus verschiedenen Artikeln von… Journalisten?
    Egal, denn es hieß irgendwo, er wollte die Künstler für sich verpflichten (also wieder eine Art Rechteverwerter) und deren Musik (und damit die Künstler) nur per Werbeeinnahmen finanzieren.

    Seltsam, das erinnert mich stark an Googles YouTube: Musik-Videos per Werbeeinnahmen finanziert. Nur mit dem Unterschied, Google würde nicht an die Künstler, sondern an den Wasserkopf “Rechteindustrie” bezahlen.
    Das ist der Punkt, der mir zu denken gab, denn beim Megaupload-Konzept wäre die Rechteindustrie überflüssig gewesen.

  9. @Frank – Verteidigungsreden für Multimillionär Kimme Schmitz, aber gleichzeitig über GEMA & GEZ herziehen, ja, das ist in der Tat der sehr plausible O-Ton von Netzpolitikern & Piraten. Schmitz plante übrigens auch eine Art Künstlersozialkasse und ein Blindenwerk. Echt jetzt.

  10. Was ist das hier für ein Hetz- und Lobbyisten-Blog? :D

    Wenn es euch wirklich um die Interessen freier Journalisten ginge, würdet ihr gegen ACTA und für eine faire Reform des Urheberrechts auf die Straße gehen statt euch wie blauäugige Schafe an den Rockzipfel der Verbrecherkonzerne zu hängen, denen ihr einen Dreck wert seid.

  11. @Florian – für die faire Reform des Urheberrechts ist der DJV nicht nur auf der Straße, sondern permanent in der Politik unterwegs. Z.B. auch beim Thema Leistungsschutzrecht, um eine Beteiligung der Urheber zu erreichen. Die Alternative dazu, mit den Konzernen zu verhandeln und zu streiten, ist leider nicht bekannt. Google verhandelt mit Autoren nicht (siehe Authors Guild in den USA), sondern scannt einfach ein, ohne zu fragen und zahlen zu wollen. Erst nach langen Gerichtsverfahren überhaupt bewegte Google, das sich zunächst auf “Fair Use” berief, auf einen Vergleich zu, dessen weitere Geschichte ja vielleicht bekannt ist… Insofern: Warum verteidigst Du einen Monopolisten wie Google, der sich einen Dreck um Autorenrechte und Datenschutz schert?