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Google will den Autoren eine wichtigere Rolle bei der Suche geben – Vorteil für die Selbstvermarktung

Von Redaktion • 09.06.11 • Thema: Markt/Vermarktung, News, Online, Recherche

Wichtigere Rolle für Autoren

Google will den Autoren von Beiträgen im Internet eine wichtigere Rolle bei der Auswertung von Suchergebnissen einräumen. Die Mitteilung wurde am 7. Juni im offiziellen Google Blog “Inside Search” veröffentlicht. Konkret bedeutet das für Journalisten, Schriftsteller und sonstige Publizisten, dass sie durch bestimmte Kennzeichnungen in der Seitenbeschreibungssprache HTML von der Suchmaschine leichter als Autoren erkannt werden. Dadurch wird es der Suchmaschine möglich, schneller Suchanfragen, die sich auf einen Autoren beziehen, aufzulisten. Auch kann es dadurch einfacher sein, bestimmte inhaltliche Übereinstimmungen (“Daten-Cluster”) bei einem oder mehreren Autoren auszuwerten.

Zwei Richtungen

Die HTML-Beschreibung kennt zwei Richtungen: Vom Online-Medium zu einer Autorenseite (beispielsweise zur persönlichen Homepage des freien Journalisten) und umgekehrt von der Seite des Autoren zum Medium (beispielsweise aus einer Seite “Referenzen” auf der eigenen Homepage).

Selbstvermarktung wird leichter

Wie immer ist die leichtere Bereitstellung von Daten ein zweischneidiges Schwert. Für freie Journalisten kann der Gebrauch der neuen HTML-Beschreibungen ein Vorteil für die Selbstvermarktung sein. Interessierte Redaktionen können sich schnell ein Bild eines Autoren machen, was die Chance für neue Aufträge steigert. Der Link von einer Zeitung zur Seite des Autoren steigert definitiv die Vermarktungsmöglichkeiten generell und natürlich den Stellenwert innerhalb von Suchanfragen.

Machen die Online-Medien mit?

Fraglich ist natürlich, ob Onlinemedien den mit der Kennzeichnung verbundenen Aufwand treiben werden. Wer allerdings vom Standpunkt der Suchmaschinenoptimierung her denkt, wird im Zweifel eher alle Autoren auf diese Weise kennzeichnen und unter Umständen sogar anregen, dass diese von ihren eigenen Seiten dafür auf die Medienseiten zurückverweisen. Denn im Zweifel wird der Stellenwert auch und gerade von solchen Medien steigen, die oft und viele Autoren einsetzen, vor allem solche, die nicht nur Einmal-(Hobby-)Autoren sind. Das Renommee wird auf diese Weise zum Daten- und Suchmaschinenwert.

Nach der Facebook-Gesichtserkennung noch ein weiterer Post-Privacy-Anschlag?

Umgekehrt müssen Journalisten allerdings auch damit rechnen, dass ihre publizistischen Internetaktivitäten auch schneller für solchen Dritten sichtbar werden, bei denen sie es vielleicht nicht so gerne hätte, wie etwa Grenzbeamten bei der Einreise in Länder, in denen Journalisten verfolgt werden. Wer allerdings solche Sorgen hat, sollte besonders kritische Artikel wohl schon heute auch ohne HTML-Kennzeichnung nur unter Pseudonym veröffentlichen. Denn mit geschicktem “Datamining” sind solche Daten natürlich schon heute für Sicherheitsbehörden recherchierbar.

Was ist konkret zu HTML-isieren?

Die HTML-Beschreibung ist einfach. Im Online-Medium muss es beim Beitrag einfach heißen:

Umgekehrt wird dann bei Stefan von http://www.stefanwichtig.de zurück auf eine Autorenseite im Online-Medium wie etwa http://www.freitag.de verlinkt, wie etwa:

Mehr dazu bei Google in der englischsprachigen Hilfeseite unter http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=1229920

Michael Hirschler

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5 Kommentare »

  1. Klassischer microformat Standard für Autorenauszeichnung bei einem Artikel wäre übrigens (mal sehen ob Quellcode genommen wird):
    Markus Merz

    Hier vorsichtshalber mit gewandelten spitzen Klammern:
    [span class="author vcard"][span class="fn"]Markus Merz[/span][/span]

    Der Autorenname kann natürlich zusätzlich mit einem Link ausgestattet werden :)

    Im Header der Artikelseite kann man auch Diverses mit Dublin Core auszeichnen (ohne Klammern) u.a.:
    meta name=”dc.creator” content=”Markus Merz”
    meta name=”dc.publisher” content=”Sankt-Georg.Info, Markus Merz”

  2. Zusatz:

    > “The markup uses existing standards such as HTML5 (rel=”author”) and XFN (rel=”me”) to enable search engines and other web services to identify works by the same author across the web. ”

    Für das rel Attribut darf man beliebig viele, durch Leerzeichen getrennte, Werte eintragen z.B. rel=”me author bookmark”.

  3. So lange man dort – ohne Registrierung und/oder Validierung – jeden Namen eintragen kann der einem gefällt, dürfte das System sehr anfällig sein für Manipulation. Insbesondere wenn damit auf Dauer die Qualität eines Autors ermittelt werden soll. Schließlich kann jeder Texte online stellen die mit falschen Autorenangaben versehen sind.

  4. Die Erkennung des Autors in der Googlesuche ist ein gutes Ding denke ich. Vielleicht eben auch ein Weg geistigem Diebstahl etwas vorzubeugen – wobei die Plagiatoren da sicher ihre Wege finden werden.

  5. Ich finde es gut, dass Google die Journalisten und Blogger aufwertet. Ich bin gespannt. Die ziemlich nutzlosen Linkfarmen werden es immer schwerer haben.