Bundesjustizministerin mit Unmut der freien Journalisten konfrontiert
Von Redaktion • 07.11.11 • Thema: Honorare, News, UrheberrechtDie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nimmt die Kritik der freien Journalisten an der Unzulänglichkeit der urheberrechtlichen Regelungen “nach Berlin mit”. Das erklärte sie am Ende einer einstündigen Debatte im Anschluss an einen Vortrag vor dem Verbandstag des DJV in Würzburg.
Rund 140 der insgesamt 297 angemeldeten Teilnehmer der jährlichen Verbandstagung sind freie Journalisten. Sie meldeten sich in der Diskussion mit deutlicher Kritik zu Wort. “Die Honorarsituation der Freien gefährdet die Demokratie”, meinte beispielsweise der freie Journalist Thomas Franke aus Berlin und verwies darauf, dass eine aufwändige Recherche bei geringen Honoraren kaum noch möglich sei.
Andere Teilnehmer verwiesen darauf, dass Vergütungsregeln für freie Journalisten zwar auf Grundlage des Urheberrechtsgesetzes vereinbart wurden, nun aber nicht von den Verlagen umgesetzt werden. Die Einführung der Möglichkeit, niedrige Honorarzahlungen durch Verbandsklage zu verbieten, gehörte daher zu den Forderungen gegenüber der Justizministerin. Auch die Forderung nach gesetzlichen Mindesthonoraren analog zum Vorschlag der Bundeskanzlerin in Hinsicht auf Mindestlöhne bzw. Lohnuntergrenzen wurde erhoben.
Die Tagung begann am heutigen Montag und dauert bis zum Mittwoch an. Zahlreiche Anträge widmen sich den Problemen der freien Journalisten. Die spezielle Arbeitsgruppe “Freie” wird sich mit diesen Anträgen befassen.
Auch unter dem Twitter-Hashtag bzw. Mem #DJV2011 sind Momenteindrücke twitternder Teilnehmer zu finden.
Michael Hirschler
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