BarCamps und Tagungen: Frei.Fair.Handeln! im Frühjahr 2010
Von Redaktion • 28.01.10 • Thema: Honorare, Markt/Vermarktung, News für Freie, Soziales, Urheberrecht, Weiterbildung
Der DJV setzt seine Veranstaltungsreihe im Rahmen seiner Initiative “Frei.Fair.Handeln!” fort. Die Termine im Frühjahr wie folgt:
Kiel, 25.02.2010: Frei.Fair.Handeln! (DJV S-H)
Bremen, 4.03.2010: Frei.Fair.Handeln! (DJV Bremen)
Bonn, 11.03.2010: 1. BarCamp für freie Journalisten (vornehmlich für Kollegen aus NRW / nördliches Rheinland-Pfalz) [was ist ein Barcamp? - siehe z.B. hier.]
Berlin, 17.03.2010. 2. BarCamp für freie Journalisten (vornehmlich für Kollegen aus dem Großraum Berlin-Brandenburg) [was ist ein Barcamp? - siehe z.B. hier.]
[Was ist ein BarCamp und wie wird der Ablauf bei den DJV-BarCamps sein: Hierzu gibt´s hier eine Spezialinformation, PDF. Auch der Elektrische Reporter hat aufgeklärt, was ein BarCamp ist: Hier geht´s zum Video-Beitrag.]
Die Veranstaltungen sind als regionale, nicht bundesweite Treffen konzipiert, dh Teilnehmer/innen aus “ferneren” Landesverbänden sind zwar willkommen, aber natürlich sollen den Mitgliedern nicht stundenlange Anreisewege zugemutet werden.
In Bonn und Berlin werden zum ersten Mal BarCamps (also so genannte “Unkonferenzen” [Was ist das? Siehe Wikipedia] oder hier) für freie Journalisten durchgeführt. Diese werden am 11. März 2010 in Bonn und am 17. März 2010 in Berlin stattfinden. Die Teilnehmer können im Vorfeld und noch auf der Veranstaltung das Programm mitbestimmen: Generell soll es aber um Honorare, Urheberrecht und fairen Umgang zwischen Freien und Redaktionen gehen. Die Möglichkeit zur Einbringung neuer Themen besteht hier in der Kommentarfunktion dieses Blogeintrags , die unverbindliche (Vor-)Registrierung erfolgt per Mail an hob@djv.de oder hier in einem Online-Formular (in das auch Themenwünsche oder eigene Projekt-Vorschläge eingetragen werden können). Hier das gleiche Formular als SSL-gesicherte Seite.
Die Einladung für die BarCamps findet sich hier zum Abruf (PDF-Format).
Ebenfalls um Honorare, Urheberrecht und fairen Umgang zwischen Freien und Redaktionen geht es 25. Februar auf einer Tagung in Kiel und am 4. März auf einer Tagung in Bremen. Allerdings ist bei diesen beiden Tagungen das Programm von den Landesverbänden vorbereitet worden. Weitere – auch aktualisierte – Infos dazu gibt es auf der Webseite von Frei.Fair.Handeln!.





Erste Ideensammlung – Rücklauf:
- Lokalblogs – Chance für Freie?
- Vergütungsregeln Freie an Tageszeitungen
- Zeitschriften-AGB: Was tun
- Workshop für RBB-Freie
- Workshop für Freie an der Deutschen Welle
- Freie an Privatsendern
- Vorstellung Spredder.de (Zusage für Berlin liegt vor)
- Weitere Idee:
Auch kombinierbar mit einem bundesweiten Treffen interessierter freier Stadtblogger, H. Prothmann vom Heddesheimblog wäre dabei
Idee:
Bekommen Freie wenig, weil Festangestellte viel bekommen? Eine Interpretation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Zwei-Klassen-Gesellschaft
Kritik an der Art und Weise, wie die Unkonferenz vorbereitet wird:
- Den denglischen Begriff “Barcamp” habe ich in der Ankündigungs-E-Mail zum ersten Mal im Leben gelesen. Das dürfte auch dem einen oder anderen Kollegen so gegangen sein, gibt es doch solche Veranstaltungen in Deutschland erst seit gut drei Jahren. Allgemeinverständlichkeit ist eine Anforderung nicht nur an Medienbeiträge, sondern auch an Vereinsmitteilungen.
- Dem Verfasser der Ankündigung ist die Bedeutung des Begriffs offenbar auch nicht ganz klar. Die Teilnahme an einem echten Barcamp ist laut Wikipedia kostenlos, denn die Kosten tragen Sponsoren. Solche einzuwerben ist harte Arbeit. Hat man die beim DJV gescheut?
- Es paßt ins Bild, daß für die entsprechende Tagung in Kiel kein Deep Link angegeben ist, sondern nur auf die “Webseite [gemeint ist Website] von Frei.Fair.Handeln” verwiesen wird. Der dortige Link führt zu einer ziemlich leeren Seite mit einem weiteren Link, der nur zurück zur Startseite führt. So ist es auch bei der Bremer Tagung. Buchbinder Wanninger läßt grüßen, aber DJV-Mitglieder haben ja viel Zeit.
Barcamp oder UN-barcamp?
Mein Vor-Kommentator Alexander Morhart hat möglicherweise Recht mit den Hinweis, dass hier eine gewisse Ungenauigkeit des Begriffs “Barcamp” vorliegen könnte. Denn a) ja, ein Barcamp wird normalerweise gesponsort und b) die Teilnehmer sind aufgefordert eigene Sessions / Vorträge/ Diskussionsrunden anzubieten oder aber sich bei der Organisation zu beteiligen. Beides scheint hier nicht der Fall zu sein.
Und c) zeichnet sich ein Barcamp, seine Organisation und sein Marketing normalerweise durch eine gewisse Technikaffinität aus, was ja nur logisch ist bei einem “Nerd”-Treffen (Verzeihung, liebe Computerliebhaber).
Schon im Vorfeld, scheint dem 1. Barcamp für Journalisten das etwas abzugehen. So gibt es beispielsweise keine “Gruppe” auf einer Platform wie “mixxt.de”, wo man sich direkt zur Veranstaltung anmelden kann. Nein, hier musste ich mich etwas old fashy per Email anmelden (was ich aber sofort getan habe). Und ich will auch sagen warum:
Ich habe kürzlich an meinem 1. Barcamp (nichtjournalistischer Art) teilgenommen und bin begeistert. Die freundliche, offene, problemlösungsorientierte Geisteshaltung aller Teilnehmer ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Hochspezialierte Menschen mit einer Menge Berufserfahrung und Know-how, die dabei trotz Konkurrenz, die sicher auch in ihrer Branche herrscht, trotzdem noch Gemeinsinn pflegen und sich von anderen über die Schulter schauen lassen, wie sie diese oder jene Berufsprobleme lösen. Das würde ich mir auch in unserer Branche wünschen, gerade in diesen für manche krisengeschüttelten Zeiten!
Ich sehe allerdings einen wesentlichen Unterschied. Während es dort häufig um Technisches geht, hat der DJV mit den Themen Honorare und Verhandlungen nicht nur ein sehr analoges Thema vorgegeben, sondern zugleich eines, dessen Problemlösung nicht durch ein paar geschickte Mausklicks erreichbar ist.
Es ist offensichtlich, dass die Bedürfnisse und die Themen unserer Branche andere sind. Ob ein klassisches Barcamp die richtige Form ist um darüber zu sprechen und sich modulartig weiterzubilden, werden wir spätestens am 11.3. herausfinden.
Bis dahin hoffe ich, dass ein wenig vom Geist der ursprünglichen Barcamps auf uns Journalisten herüberschwappt. Und es uns gelingt einander konstruktiv und nach vorn gerichtet mit den anliegenden Themen auseinander zu setzen.
Und, wenn nicht? Dann können wir uns (neben dem schmissigen neuen Namen “Barcamp” statt Konferenz) noch etwas von den Geeks der originalen Barcamps abschauen: Jede Session kann zu jeder Zeit verlassen werden!
Beste
Liebe Kollegen,
ich wünsche mir, dass das Thema Bloggen für Freie Journalisten aufgenommen wird, nicht nur Lokalblogs. Ich schreibe beispielsweise ein Frankreichblog und stehe noch am Anfang des Ausprobierens. Fragen, die mich persönlich und vielleicht auch andere Kollegen beschäftigen, sind Folgende:
Technisches: Welche Blogsoftware und welche Bloganbieter wählen?
Themen: Welche Themen haben Chancen auf Leser, Abonnenten, Follower?
Leser: Wie finde ich Leser, Nutzer, Follower?
Werbung: Welche Modell gibt es und lohnen sich diese?
Bilanz: Was verdienen erfolgreiche Blogger mit ihren Seiten und wie funktionieren deren Geschäftsmodelle. Idealerweise könnten ja einige “alte Hasen” über ihre Erfahrungen berichten?
Sehr geehrte Kollegen,
ich, als Journalist, finde Ihre Wortwahl ziemlich unglücklich (oder eher: gestelzt, eitel, gar dumm?). Ein BARCAMP gibt es in meiner durchschnittlichen Bildung nicht, eine UNKONFERENZ auch nicht.
Wenn Journalisten Journalisten einladen, sollten sie ein journalistisches Mindestniveau einhalten.
Gruß aus der ungebildeten Provinz (Castrop-Rauxel, jetzt aber Kulturhauptstadt)
Magnus Heier
Was ist ein BarCamp, nachzulesen z.B. hier
Zunächst einmal – ich finde die geplante Veranstaltung “Frei.Fair.Handeln” am 11. März in Bonn prima! Danke dafür! [Wiewohl ich von den neuen vom djv ausgehandelten Honorarregeln gar nix halte, weil viele Freie dadurch noch weniger abgedruckt werden - aber das nur nebenbei]
Aber muss man das Treffen (darum geht es ja) nun im wüstesten PR-Deutsch wirklich BarCamp nennen? Wie cool! Wie modern! Wie hip! – Toll… Wahrscheinlich kommen deshalb auch doppelt so viele Teilnehmer!
Vielleicht erscheinen aber auch nur halb so viele, wie gekommen wären, hätten sie verstanden, worum es geht (vor allem von den über 35-Jährigen, die eher an ein Besäufnis auf dem Zeltplatz denken werden ). Ich habe in Nordamerika studiert, kann sehr gut Englisch und habe das Wort noch nie gehört. Und was man mit einem Sternchen als Verweis zu einer Fußnote erklären muss, ist kein taugliches Wort für eine Überschrift, gechweige denn für einen Veranstaltungstitel. Das sollten wir Journalisten eigentlich wissen.
Grüße
WS
Selbstverständlich benötigen wir auch noch einen Twitter-Tag, Vorschlag lautet #djvbc OK?
Korrektur Twitter-Tag für BarCamp Bonn = #djvbcbonn, für Berlin = #djvbcberlin OK?
Barcamp, Denglisch und Spitzfindigkeiten über Begrifflichkeiten hin oder her: Herzlichen Dank an viele Kollegen, die schon jetzt per Mail, Kommentar und in persönlichen Gesprächen inhaltliche Vorschläge für die Veranstaltung gemacht haben! Ich freue mich darüber – und finde diesen inhaltlichen Austausch ehrlich gesagt wichtiger als alles andere.
(Wie wär’s mit Hashtag #djvbc_BN und #djvbc_B?
…)
Liebe Kollegin Rost,
interessant, dass Sie Überschriften als Journalistin unerheblich finden.
WS
Lieber Kollege Schmidt,
sicherlich sind wir uns einig, dass im Falle eines Falles der Inhalt einer Verpackung das entscheidende Kriterium ist, der das Ganze von einer Mogelpackung unterscheidet.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich arbeite in erster Linie als Sach- und Fachbuchübersetzerin und freie Lektorin, bin aber der Ansicht, dass diese Berufsgruppen viele gemeinsame Interessen mit den freien Journalisten haben. Und bin angenehm überrascht, dass der djv sich an der Veranstaltungsform BarCamp versucht: von meinen eigenen Berufsverbänden ist so etwas im Moment leider nicht zu erwarten.
Ich interessiere mich derzeit brennend für folgendes Thema, zu dem ich auch gerne eine Session (mit-)leiten würde:
“Die Recherchepraxis freier Wissenschaftsjournalisten, Übersetzer, Lektoren und Schriftsteller – und daraus abgeleitete Anforderungen an den 3. Korb der Urheberrechtsreform”
Der 3. Korb wird kommen, und neben der djv haben zahlreiche andere Organisationen im vergangenen Frühjahr einen Fragebogen des BMJ dazu beantwortet. Mit diesen Stellungnahmen habe ich mich in den letzten Wochen intensiv auseinandergesetzt. Alle, die viel recherchieren, Bibliotheken nutzen, Fotokopien und Dateikopien anlegen und mit diesen arbeiten usw., tun gut daran, sich dazu schlau zu machen!
Solidarische Grüße
AK
@Verständnisfragen: Auch der Elektrische Reporter hat aufgeklärt, was ein BarCamp ist: Hier geht´s zum Video-Beitrag.
@Unkostenbeitrag: Der Unkostenbeitrag soll die Kosten für Verpflegung erfassen – das hat für die Teilnehmer den Vorteil, dass wir einen günstigen Pauschalpreis für alle verhandeln können – als wenn jeder einzelne seinen Kaffee und sein Mittagessen selbst erwerben müsste.
@Ideen sammeln: Es ist eine Unkonferenz, bar der üblichen fertigen Tagesordnung. Daher bitte nicht so viel über Begrifflichkeiten und Formalitäten philosophieren, sondern selbst überlegen, was auf dieser Veranstaltung von Ihnen/Euch selbst vorgetragen werden könnte – oder was Sie/Euch zumindest interessieren würde! Danke!!!
Ich finde den Termin an einem Werktag ungünstig. Samstag/Sonntag wäre praktischer…
Aber die Idee finde ich sehr gut.
Hallo “Redaktion” (wer auch immer sich hinter dieser Bezeichnung versteckt),
wie die Einträge von Frau Tosic, Herrn Heier und Herrn Schmidt zeigen, bin ich nicht der einzige, der sich daran stört, wenn eine Veranstaltung in unverständlicher Sprache angekündigt wird.
Und wie die befremdlich uneinsichtigen Reaktionen von Frau Rost und der “Redaktion” zeigen, war es schon ganz gut, das einmal anzusprechen. Wenn das als unwichtige “Spitzfindigkeiten” abgetan wird, über die man nicht “philosophieren” solle, zeigt das nur fehlendes Problembewußtsein.
Verständlichkeit ohne die Notwendigkeit, erst einmal selbst recherchieren zu müssen, ist das mindeste, was ich als zahlendes Mitglied von einem Verband (allerdings nicht von Frau Rost, die das ehrenamtlich macht) erwarten kann. Da die “Redaktion” das offenbar nicht so sieht, empfehle ich ein Anfängerseminar “Kundenorientierung” – am besten noch vor dem 17. März.
Übrigens habe ich hier am 29. 01. 10 einen Themenvorschlag formuliert, zu dem aber die “Redaktion” bisher keine Rückmeldung für nötig gehalten hat.
Rückmeldungen zu Themenvorschlägen kommen von den Teilnehmern vor Ort selbst! Und damit alles noch mal klarer wird, was Themen und Ablauf angeht, hier noch einmal eine ausführliche Darstellung, was auf den DJV-BarCamps passieren soll: Was ist ein BarCamp und wie wird der Ablauf sein, PDF
Ich finde die ganze Diskussion ziemlich interessant. Sollten doch Journalisten, an die sich die Veranstaltung ja offensichtlich richtet, doch in der Lage sein, zu recherchieren. Statt dessen wird sich über diese Notwendigkeit hier beklagt. Andererseits spiegelt die Beschwerde über das Neue, noch Unverständliche im BarCamp genau die oftmals verschlafene Entwicklung in Richtung neue Medien wieder – samt der Angst davor. Ganz nach dem Motto: Twitter, Facebook, BarCamp – dass muss mir erstmal einer übersetzen, bevor ich mich damit befasse.