Hilfe, das Internetzeitalter funktioniert & und “Twitter für Freie” wächst…
Von Redaktion • 03.12.09 • Thema: Markt/Vermarktung, News für Freie, TechnikKaum zu glauben, die gemeinsame Dokumentbearbeitung “Twitter für Freie” funktioniert. Wie das gehen soll, ist hier nachzulesen. Der Zwischenstand bei der Gelegenheit hier:
Twitter für freie Journalisten, Version 0.0.0.2
(Vorschlag: Da absehbar ist, dass der englischsprachige Follower demnächst durch den Abonnenten ersetzt wird, der Gebrauch des letzteren Begriffs)
Zu klären: Tweet, männlich oder sächlich?
1. Twitter wird schon von vielen Freien genutzt
Die Frage ist nicht, ob oder warum. Sondern wie! Fakt ist, dass viele freie Journalisten Twitter schon nutzen. Freie Journalisten könnten in eine eigene Twitter-Gruppe bilden, dann finden sie sich untereinander leichter (wenn sie denn Interesse haben).
Einige Vorteile von Twitter einmal in Kürze:
- Freie, die viel unterwegs sind oder lange Wartezeiten vor Terminen haben, können über das Handy (Internet mit Flatrate) einen schnellen Nachrichtenüberblick bekommen und komfortabel eigene Informationen absetzen
- Der Zwang zur Information mit 140 Zeichen (und die weitere Abkürzung in Handy-Browsern) ermöglicht den Zugriff auf maximale Information in kürzester Zeit
- Da es keine E-Mail-Adressen etc. eingetragen werden müssen, kann eine Nachricht absolut schnell und formlos abgesetzt werden, wichtig in Situationen, wo dies den Umständen nach diskret erfolgen soll
- Sofern Twitter nicht durch zuviel Traffic gestört ist, abhängig von Bezugsquellen sehr schnelle aktuelle Informationen
- Zugriff auf Informationen von Personen, die nicht bloggen würden, wohl aber twittern
2. Wozu Twitter genutzt werden kann
Twitter kann bei freien Journalisten z.B. dienen als:
a) Um auf Dokumente für die “gemeinsame Bearbeitung” aufmerksam zu machen [guter Scherz, aber in Version 0.0.0.3 werden wir das wohl man wieder streichen...]
a) Mittel zur Recherche nach Themen, Trends, Informanten
aa) Passive Recherche: Suche nach bereits vorhandenem Material
ab) Aktive Recherche: Abfrage an Abonnenten nach Infos, Trends
* Z.B. Abendzeitung fragt derzeit oft das Wetter in bayerischen Regionen ab
* oder Aufbau von Informantennetzen
* Durch das Festlegen eigener Hashtags und der Einrichtung einer Twitterwall eigene Themenschwerpunkte schaffen
ac) Interviews via Twitter
ad) Umfragen via Twitter
b) Mittel zur Verbreitung eigener Themen, Themen-Marketing gegenüber Redaktionen und Dritten
c) Vernetzung mit Kollegen
Wer über eine Kollegen-Liste mit anderen freien Journalisten (und auch Redakteuren) verbandelt ist, kann komfortabel aus der gerade bei Freien auf Grund der individuellen Arbeitsweise oft gegebenen Isolation ausbrechen und sogar kurzfristig Treffen organisieren. Hinzu kommt ein schneller Tweet mit der Bitte um Kollegenhilfe bei einer Frage.
d) Twitter-Listen als Serviceleistung
Wenn Sie ein spezielles Themengebiet betreuen, können Sie die von Ihnen abonnierten Anbieter in Themengruppen (Fachthemen, Region, Sprache etc.) sortieren und damit den Redaktionen, die Sie beliefern, einen praktischen Service liefern
e) Organisation / Statusmeldungen für Arbeitsgruppen, Redaktionsteams etc. Dafür wurde Twitter ursprünglich “erfunden”.
f) Akquisition medientechnikaffiner (neuer) Kunden von Firmen oder Mitglieder von Vereinen, Verbänden
fa) z.B. auch zur Auffrischung der DJV-Verbandsstrukturen – Mitgliederbetreuung und -Service [ja, ja, verstanden, aber weil es ja noch andere Vereine gibt, ist dieser Punkt mal hier von f) auf fa) umgestellt worden]
g) Marketing
g.a) Selbstmarketing und “Branding”: Der Stil der Tweets, Diktion und getwitterte Inhalte vermitteln meist ein aussagekräftiges Bild des Absenders. Wer allerdings permanent auf eigene Inhalte hinweist, ausschließlich automatisiert (z.B. via Twitterfeed) zwitschert, selten auf Fragen Antworten gibt oder ausschließlich Banalitäten absondert, landet schnell im Twitteroff via Blockfunktion oder Followerverlust.
g.b) Marketing eigener Themen und Spezialgebiete: Wer via Twitter Interesse weckt und Diskussionen “anschubst” (mit Retweets, Antworten, DMs und eigenen Beiträgen), schafft in der Regel auch schnell den Sprung in den persönlichen Kontakt. Für das weitere How-To siehe g.a)
g.c) Echtheit: Authentizität – wer wie ein Twitterbot reagiert (ausschließlich Retweets), überdurchschnittlich vielen Twitterern folgt, aber nur wenige Follower hat, null eigene Tweets hat, braucht sich über eine kommunikative Sackgasse nicht wundern. Zur Echtheit kann übrigens durchaus gelegentlich ein freundliches “Guten Morgen”, ein Genesungswunsch für einen erkrankten Twitterer u.ä. gehören. So lange es man damit nicht übertreibt … und per DM/direct message geht das natürlich auch.
g.d) Zum (Selbst)Marketing gehört konsequenter Umgang mit Followern; reflexhaft jedem Follower zurückzufolgen, ist Unfug. Genauso wie die beliebten, spamgenerierenden Programme “Get thousands of followers for free”. Ein gelegentliches Aufräumen ist durchaus sinnvoll: Check auf Spammer via z.B. http://www.twitblock.org oder praktisches Organisieren der Follower via http://www.tweepler.com beispielsweise. Das Blockieren unerwünschter Follower ist ebenfalls sinnvoll. Der Rest? Ist Sport.
…..
v) Kostenpflichtiger Nachrichtendienst
va) Da es noch kein direktes Abo-System in/aus Twitter zu geben scheint, zur Zeit (nicht wirklich komfortabel) nur über klassische Internetbezahldienste, z.B. Firstgate oder einfache Überweisung) die Freischaltung müsste dann manuell vorgenommen werden.
vb) Twittergründer @jack hat am 1.12.2009 ein neues Payment-System vorgestellt: “squareup.com”, siehe dazu auch http://t3n.de/news/square-262040/
x) natürlich auch Freizeitvergnügen, das soll hier aber nicht das Thema sein
3. Überlegungen zum Daten- und Quellenschutz
a) Datenschutz für den Anbieter und Abonnenten sind nicht gegeben
Wenn Sie Twitter nutzen, legen Sie in der Normalfunktion (wenn Sie ein öffentliches Profil haben) offen, was Sie selbst abonniert haben als auch Ihre Abonnenten. Das bedeutet auch, dass für interessierte Dritte (z.B. unfreundliche Regierungen, Auftraggeber, Arbeitgeber etc.) ein Profil erkennbar ist, das Sie vielleicht nicht preisgeben wollen. Umgekehrt zwingen Sie Ihre Abonnenten (bzw. solche, denen das so nicht klar ist) dazu, sich selbst zu “outen”. Insofern kann es bei bestimmten Themen ratsam sein, auf einen Twitterdienst zu verzichten und ganz bewusst nur Informationen über RSS bereit zu stellen. Allerdings bietet auch Twitter einen RSS-Service, so dass sich der Regelnutzer, der sich ein wenig auskennt, natürlich darüber bedienen ließe. Ein Datenschutzhinweis: “Sie sind als Abonnent sichtbar. Wenn Sie Wert auf Anonymität legen, sollten Sie einen RSS-Feed abonnieren”, wäre sinnvoll.
b) Trennung zwischen Anbieter- und Leserinformation
Es kann Sinn machen, mehrere Accounts zu führen. Beispielsweise eines, über das freie Journalisten recherchieren. Ein anderes, über das sie informieren. So besteht nicht die Gefahr, dass der Leser, der u.U. unbefangen “offen” abonniert, mit den Quellen assoziiert wird.
c) Kopierbarkeit des eigenen Arbeitsumfeldes
Für manche freien Journalisten sind Quellen ein wesentlicher Bestandteil ihres Geschäftsbetriebs sein. Wer diese Quellen offenlegt, riskiert, dass Wettbewerber diese kopieren. Was auch sein kann: Wer Quellen auflistet, die er zufällig oder lediglich zur Recherche auswertet, riskiert, dass er von Dritten direkt mit diesen Quellen identifiziert wird (Z.B. bei Lektüre extremistischer oder verschwörungstheoretischer Twitterdienste, deren Kenntnis freilich nicht immer schaden muss).
4. Twitter als Werkzeug zur Recherche
5. Twitter als Marketingmittel
6. Twitter als Nachrichtendienst
7. Juristisches
a) Impressum
Juristen empfehlen die Verwendung eines Impressums. Siehe auch ausführlich: http://www.kriegs-recht.de/impressumspflicht-fur-twitter-reloaded/
b) Verwendung von Hashtags
c) Presserecht
d) Urheberrecht
e) Wettbewerbsrecht
f) Prozessrecht: Twitter aus/in/im Gerichtssaal
Siehe dazu journalist 12/2009, S.68 (hier geht´s zum – für Mitglieder und Abonnenten kostenlosen – journalist-epaper) sowie Rechtsanwalt Henning Krieg in “Kommunikation und Recht” 11/673, online unter http://www.kommunikationundrecht.de/archiv/pages/show.php?id=68031
8. Weiterführende Links
101 Twitter Tools For the Ultimate Twitter Expert | SociableBlog.com : Social Media Blog http://bit.ly/5YLgiz
6 Ways to Focus Your Twitter Strategy and Grow Your Photography Business http://url4.eu/rZkg




