CC
Von Redaktion • 03.08.07 • Thema: News für FreieCC – Was ist denn das hier wieder für eine Domain?
(Eine Antwort auf eine bisher kaum gestellte Frage)
frei.webseiten.cc: Sind wir jetzt schon auf die Kokosnussinseln ausgewandert? Allerdings: Eine Reihe von Anbietern im Internet arbeitet aus den verschiedensten Gründen mit eigentlich “ausländischen” Domains (im Zeitalter der Globalisierung vom “Ausland” zu sprechen, ist dabei freilich schon etwas seltsam.)
In Bayern gibt es eine ganze Reihe von Gemeinden, die jetzt die -by Enddomain verwenden (Ausgerechnet! Weißrussland! Alarmieren Sie die Bayerische Staatsregierung!), andere Medien arbeiten mit tv-Endung. Der Verein Freelens, mit dem ich neulich auch mal gemeinsam auf einer Liste war, wickelt seine Mailinglisten auch über cc-Domain ab. Warum eigentlich nicht? Drohen Gefahren durch fallende Kokosnüsse?
Ein Zitat, das über die Eingabe “cc Domain” in der Suchmaschine Google zu finden ist: “Die cc-domains gehörten weltweit zu den populärsten Domain. Sie werden oft als Ausweg gewählt, wenn keine com- oder net-domain mehr zur Verfügung steht.” Manche würden auch sagen, dass “cc” aus der E-Mail-Korrespondenz bekannt ist und für “Mitlesen” steht und damit durchaus Sinn machen kann. Für mich ist mindestens genauso von Charme der Umstand, dass die Domain in dieser Form einfach nichts gekostet hat.
Ist das alles sicher? Es ist eine seltsame Vorstellung, cc-Domains seien unsicherer oder sicherer als eine DE-Domain. Wenn ich es richtig verstanden habe (irgendjemand kann es mir aber auch noch einmal erklären), stehen in der Welt ganz viele Server, die Daten haben, ganz viele Proxies, die sie zwischenspeichern, und auch einige Server, die Internetnamenadresse à la frei.webseiten.cc in eine Nummer übersetzen, unter der dann der Server mit den Daten abgerufen werden kann. Da den Proxies da auch einiges von bekannt wird, gibt es hier eine Menge Abkürzungen und Vermeidung von Datenverkehr. Die Vorstellung, dass der Datenverkehr komplett einmal “zu den Kokosnussinseln und zurück” läuft, wäre aber zugegeben sehr lustig.
Wäre das aber tatsächlich der Fall, müsste das Bayerische Innenministerium sehr wohl bei seinen Gemeinden intervenieren – aber eine Bitte: Vor einem Vorstoß erst noch einmal ein Gespräch mit Internet-Technikkennern führen.
Hierzu nun wirklich amüsant “(Weißrussland = Bayern)” folgender Eintrag unter Checkdomain.de
Domainendung: .BY
Land/Bezeichnung: Weissrussland (Bayern)
Laufzeit: 36 Monate
Setup: 0,00 €
Preis/Monat 8,89 €
Zum ganzen auch 3Sat
Die cc-Domain ist bei der Firma Domainfactory gehostet, dort befindet sich auch das Skript, über das die Daten erfasst und wieder an mich weitergeleitet werden, also bleibt alles möglicherweise im “deutschen” Internet, falls das irgendjemanden tatsächlich beruhigen sollte. Vielleicht steht der Server auch in Österreich, da es sich um ein Unternehmen handelt, das EU-weit aktiv ist. Ich habe aber Zweifel, dass die Auffindung des Serverstandorts irgendeine Relevanz hat.
Die Firma befindet sich nur wenige Kilometer von Herrn (Innenminister) Becksteins Wohnsitz entfernt, was ich freilich auch nicht beruhigender finde als die Vorstellung, der Server stünde in der Südsee. Die USA haben bekanntlich in der Nähe von München ihr Abhörzentrum, das angeblich den “ganzen deutschen Datenverkehr” absaugen soll.
Die Firma Domainfactory hat eine Adresse, eine Handelsregisternummer und sogar einen Datenschutzbeauftragten, siehe unten. Sie ist ein hochprofessionelles Unternehmen. Mehr muss zum Thema kaum geschrieben werden.
Ach, noch eins. Vielleicht lege ich mir trotzdem eine andere Domain zu, weil die jetzige Adresszeile im Browser wirklich etwas lang ist. Wobei ich in diesem Zusammenhang sämtliche zuständigen Internetkonstrukteure rügen muss: Früher einmal habt Ihr das Internet nutzerfreundlich gestaltet. Es gab eine Domain, und wenn es außer der Startseite weiteres gab, konnte man das hinter dem Schrägstrich finden. So etwas konnte man dann auch sehr einfach in der Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichen oder mal schnell in eine E-Mail schreiben.
Mittlerweile habt Ihr uns aber Programme geschrieben, die Internetadressierungen im Browser verlangen, die mit ägyptischen Hieroglyphen konkurrieren können, voller Fragezeichen, immer wieder php, Gleichheitszeichen und Zahlen. Manche dieser Seiten wie etwa beim an sich sehr transparenten Bundesfinanzministerium (Danke für das Material, gut betreute Seite) sind dann mitunter 300 Zeichen lang. Wenn ich das weitergeben möchte, muss ich zu Tiny URL, das den Link in eine Mischung aus Text und Zahlen verkürzt. Danke auch Dir, Tinyurl. Bei den DJV-Freien-Seiten habe ich eine Weiterleitung einrichten lassen, so dass man auf die Startseite für die Freien (unglaubliche, unmerkbare Adresse http://www.djv.de/index.php?id=399, und das mir…) per Schrägstrich kommt: www.djv.de/freie. Die F.A.Z. weist auf ihren Europa-Seiten immer mal wieder auf Veröffentlichungen der EU-Kommission hin. Gut so. Aber die dabei genannten Links abzuschreiben, ist eine Qual, und wenn ich dann als Abonnent in die FAZ-Online will, sind natürlich wieder 5 Minuten vergangen, bis ich bei der Elektroversion bin, dann kann ich es auch abschreiben…
Anderen Auftritten ist das zu peinlich, sie melden einfach nur noch die Hauptdomain. Wie die Spezialseite wiedergefunden werden kann, bleibt dann ein Rätsel. Vielleicht soll es auch keiner “einfach so” finden, außer Google.
Was oben im Browser vermeldet wird, ist – scheint´s – den meisten Leuten in der Medienbranche egal.
Gleichwohl konzediere ich die Berechtigung der Eingebungsästhetik: Eine Internetadresse sollte natürlich ein Stück Ästhetik aufweisen, damit die Lektüre dieser Adresse in einer Zeitschrift, die anschließende Eingabe per Hand und das gelegentliche Wiederanschauen während der Internetlektüre eine wohltuende, emotionale und prägende, auch die Leitkultur (.de-Domain, eventuell?) berücksichtigende Erfahrung ist und bleibt. Zur Kundenbindung sollte sie zudem auch Bestandteile der Kennung der Firma oder des Vereins enthalten, dem die Inhalte eventuell zuzurechnen sind. Aus diesem Grund werde ich vermutlich demnächst unter einer anderen Adresse arbeiten. Auch dort wird es aber, wordpress sei Dank, weiterhin seltsame Zeichen geben, wenn vielleicht nicht cc, so doch php und Fragezeichen. Insofern sehen wir uns auch in Zukunft im Zweifel weiterhin bei Tinyurl.com.





>Anderen Auftritten ist das zu peinlich, sie melden
>einfach nur noch die Hauptdomain. Wie die Spezialseite
>wiedergefunden werden kann, bleibt dann ein Rätsel.
>Vielleicht soll es auch keiner “einfach so” finden,
>außer Google.
Es gibt durchaus Verlage, die das vernünftig machen… wir beispielsweise…;-)
szlink.de, btw, ist eine Domain, die wir ausschließlich dazu nutzen, “sprechende Kurz-URL” für die Veröffentlichung in der Zeitung zu erzeugen, die dann auch schon mal auf EU-Dokumente verweisen, deren URL etwa 25 Parameter und Verzeichnissebenen enthalten würde.
Gekopppelt mit einem narrenfesten Frontend zum Eintragen/Pflegen, damit es auch die journalistische Kollegenwelt beherrscht… wird das dann sogar fleissig genutzt…;)
cul,
Falk